Monat: August 2018

Es könnte so einfach sein

Gestern abend war meine Webseite benz-reichenauer.de weg.

Ich habe keine Ahnung was ich gemacht oder nicht gemacht habe. Es war Samstag abend und ich konnte den Support erst am nächsten Morgen um 10:00 Uhr erreichen. Und so blieb mir nach stundenlangem Rumprobieren nichts anderes als auch den nächsten Morgen und die Hilfe des Supports zu warten. Aber immerhin war jemand an einem Sonntag zu erreichen.

Jemand, der sehr gut gelaunt war, eine Wahnsinnsgeduld hatte und sich mit mir über eine halbe Stunde durchgeklickt hat. Am Ende war ich so happy, dass ich vergessen habe nach dem Namen zu fragen. Aber ich werde mir jetzt wirklich mal was überlegen, wie ich den Mitarbeiter bei All-Inkl (der beste Provider der Welt!) ausfindig machen kann. Anhand der Anrufzeit sollte das nicht so schwer sein. Außerdem hing der Arme eine Zeit lang an der Strippe.

Der ein oder andere denkt sich jetzt: Na klar, ist doch schließlich sein Job! 

Ja, aber wenn alle ihren Job so gut machen würden, gäbe es keine Beschwerden und viel weniger Gerichtsverfahren. Es gäbe weniger genervte Menschen und viel mehr gute Geschäftsbeziehungen.

Der Ton macht die Musik

 

Und mittlerweile mache ich diese Erfahrung fast täglich.

Im Geschäftsleben kannst Du, wie im richtigen Leben auch, ergebnisoffen fragen oder etwas unterstellen. Z. B. statt zu fragen „wann endlich dies und jenes erledigt wird“ einfach mal offen zu fragen, ob es denn schon erledigt wurde. Ein kleiner aber feiner Unterschied.

Ehrlich gesagt glaube ich auch nicht, dass man das noch lernen kann. Die meisten Menschen sind einfach nicht bereit sich umzustellen und sehen die „Schuld“ (was zugegeben ein sehr hartes Wort ist) niemals bei sich. Warum auch? Es ist doch so viel bequemer es einfach anderen in die Schuhe zu schieben bzw. den Ball zurückzuspielen und einfach mal abzuwarten.

Sicherlich kennst Du auch solche Kollegen, die bei jeder Aufgabe fragen, ob sie das tun müssen und ob das wirklich in ihren Aufgabenbereich fällt? Früher habe ich mich mit solchen Menschen ganz schwer getan. Kaum kommt eine neue Arbeitsanweisung wird schon zum Telefon gegriffen und erstmal abgeblockt. Wer dabei gewinnt? Niemand. Weder das Unternehmen noch man selbst.

Umso happier bin ich gerade über die Hilfe des Mitarbeiters am anderen Ende der Leitung. Schade, dass guter Service so selten ist, dass er so gut in Erinnerung bleibt. Mein alter Dienstleister, der meinen Blog gehostet hat, hat sich da leider ganz anders verhalten, weshalb der Blog-Relaunch anders ausfiel als gedacht.

Meine Daten waren tatsächlich weg. Komplett. 

Back-Up – ja, habe ich, aber dieser ist nicht aktuell. Denn der Hoster hatte den automatischen Back-Up im Angebot. Dumm nur, dass dieser ebenfalls offline geschaltet wurde als der Job verschwand. Nach mehrmaligen Telefonaten war dann einfach klar: Es ist nichts zu machen.

Natürlich bleibt mir noch der Rechtsweg… Aber das ist eine ganz andere Geschichte und ich frage mich, ob es mir wert ist… Bisher kenne ich niemanden, der in einer ähnlichen Sache gegen den Hoster vorgegangen ist. Ich müsste mich in den Fall einarbeiten, mir einen Anwalt nehmen und überhaupt sehr viel Zeit, Geld und vor allem Energie darauf verschwenden.

Aber was viel schlimmer ist, ist der Umgang des Hosters und die gesamte Kommunikation. Nachdem sie mehrmals „geprüft“ haben, ob das was zu machen wäre, hieß es einfach „Leider nein“. Keine Entschuldigung, kein wirkliches Bedauern (keine Ahnung was ich erwartet hätte, aber vielleicht etwas mehr Aufrichtigkeit?) – nichts.

Deshalb sind solche Geschichten wie die heute morgen für mich längst nicht mehr selbstverständlich. Menschen, die sich wirklich kümmern und nach gescheiterten Versuchen sagen „Bleiben Sie mal bitte kurz in der Leitung, ich probiere da mal noch was aus – vielleicht kommen wir so weiter.“ Lösungsorientiertes Handeln statt 08/15, ehrliches Interesse dem Gegenüber zu helfen und dabei relaxt und freundlich bleiben – es könnte so einfach sein.

Influencer Marketing im Jahr 2018 – Wohin geht die Reise?

Endlich ist es online! Robert und ich haben schon lange darüber gesprochen, aber nun ist es soweit und die News veröffentlicht. In Zukunft wird es von uns ein Beratungsangebot zum Thema Influenzier Marketing geben. Ergebnisoffen, ehrlich und ohne viel Schnick-Schnack.

Nach Jahren des Bloggens und der Organisation zahlreicher Events war es an der Zeit den nächsten Schritt zu gehen: Meinen Job aufzugeben und mich eigenen Projekten zu widmen war ja schon vor ein paar Monaten der Grund für den Schritt in die Selbständigkeit. Aber für alles braucht man Zeit und so war es „erst“ gestern soweit: Wir haben den erst Schritt in Richtung eines gemeinsamen Consulting Angebots gemacht.

Gleich am Abend war meine Webseite down. Genau das, was man bei einem Launch nicht braucht. Ich habe keine Ahnung was ich gemacht oder nicht gemacht habe, aber die Webseite war down. Keiner der vorab veröffentlichenten Links hat funktioniert…

Meine Nacht war entsprechend kurz… Die ganze Story dazu gibt es hier.

Sowohl Robert als auch ich haben unsere Meinung zum Influencer Marketing und dessen Entwicklung jeweils in einem Artikel zusammengefasst.

Das Influencer Marketing ist tot. Lang lebe das Influencer Marketing! 

von Robert Puchalla

Nun ist es so weit. Im Jahr 2018 wird Influencermarketing für tot erklärt. Zumindest wenn man nach Aussagen einiger Unternehmer geht. Aussagen wie „der hype ist vorbei“, „das ist ja voll auf dem absteigenden Ast“, oder „der Trend zeigt eine Entwicklung nach unten“ bekräftigen viele Unternehmen da draussen in der Meinung, dass dieser Weg der Kommunikation wohl nicht (mehr) benötigt wird. Woher soll man es denn auch besser wissen, wenn man sich selbst nicht damit befasst hat, oder es falsch angegangen ist? Wenn man die Potentiale und Möglichkeiten nicht erkennt? Und wenn diese nicht clever und gezielt eingesetzt werden? Ein Vorschlag: vergessen wir Influencermarketing –  lassen Sie es uns so machen wie immer, denn so haben wir das schon immer gemacht! Deal? Wenn Sie das so sehen, dann hat es mich gefreut, Ihre Bekanntschaft zu machen. Sie müssen nicht weiter lesen… Nutzen wir unsere Zeit sinnvoll für das, was wir schon immer so gemacht haben.

Für alle anderen – willkommen an Board!..

Den kompletten Text kannst Du hier lesen

 

Die Spreu und das Weizen im Influencer Marketing

von Anna Benz-Reichenauer

 

Was haben wir Blogger in den letzten Jahren kämpfen müssen: Für unsere Glaubwürdigkeit, für das Bloggen als Beruf und gegen all die abwertenden Kommentare. 

„Influencer? Das ist doch diese Krankheit. Bist Du auch ansteckend?“

Ach, was haben wir gelacht! Wir haben uns selbst kleingeredet und unseren Blog, also auch unsere Arbeit, gleich mit. Die nicht bloggenden Freunde haben uns aufgezogen „Na, wie läuft der Blog?“ und „Hast Du das auch zugeschickt bekommen?“ Dabei standen wir nur stumm daneben und haben ganz verstohlen auf den Boden geschaut. Während wir uns nächtelang YouTube-Tutorials reingezogen haben wie man das blöde WordPress Plugin nun richtig installiert, hat unser Umfeld nur müde gelächelt.

Als sich die ersten Blogger mit ihrem Blog selbständig machten, mussten sie noch Monate später ihrem Umfeld erklären wie um alles in der Welt man mit solch einem Hobby Geld verdienen kann.

Wie geht das? Für das bisschen Bloggen? Geld für ein (!) Foto auf Instagram? Ernsthaft?

 

Den ganze Text ist zuerst hier erschienen.

 

Uns würde natürlich Deine Meinung zum Thema sehr interessieren. Wie siehst Du das Influenzier Marketing? Und bist Du derselben Meinung wie Robert und ich oder würdest Du gerne noch etwas anmerken?

Wir freuen uns über Meinungen – gerne auch kontrovers, denn nur so kann eine Diskussion entstehen.

Ein Lebenszeichen aus der Selbständigkeit

LUMA Pancakes Nürnberg

Was ich in den letzten vier Monaten erlebt und erfahren habe, kann ich mit Sicherheit nicht in einen Blogbeitrag packen. Und wenn doch, wäre er mehrere km lang. Die Selbständigkeit an sich ist natürlich schon eine spannende (und nervenaufreibende Geschichte), aber als das nicht genug erlebt man eine persönliche Weiterentwicklung in Riesenschritten.

Austausch mit Gleichgesinnten

Heute morgen habe ich mich mit Melanie, ebenfalls Gründerin aus Nürnberg, im LUMA zum Frühstück getroffen. Und es hat sich mal wieder bestätigt: Der Austausch mit Gleichgesinnten steht für mich an erster Stelle. Oft verstehen nur diese Menschen die Gedanken und das Gefühlschaos, das man selbst erlebt. Ganz ehrlich: Vor einem Jahr hätte ich mich in der heutigen Situation auch nicht verstanden. Ich meine es also gar nicht böse wenn ich behaupte, dass mich viele Freunde oder Familie gar nicht mehr verstehen. Selbständigkeit bedeutet nicht nur „den Tag selbst organisieren“ und nicht wissen, ob man im nächsten Monat einen Auftrag bekommt. Es ist so viel mehr.

Es ist ein ständiges Auf und Ab der Gefühle, des Kontostands und ein Dauerlauf gegen geschlossene Türen.

„Don´t take „no“ for an answer“ – das muss man spätestens zu Beginn der eigenen Selbständigkeit verinnerlicht haben. Alles andere macht überhaupt keinen Sinn.

Offenheit für Neues

Anfangs hat man Vorstellungen… Dann kommt das Leben dazwischen und alles ändert sich. Ich würde gerne denjenigen sehen, der seinen Business-Plan 1:1 umgesetzt hat und seinen Kurs niemals korrigieren musste. Die beste Erklärung liefert Rolf Dobelli in seinem Buch „Die Kunst des guten Lebens – 52 überraschende Wege zum Glück“. Rolf Dobelli ist, wie ich auch, ein Riesen-Fan von Daniel Kahneman – ich lese also beide sehr gerne. Einer der 52 Wege zum Glück führt über die Fähigkeit seinen Kurs ständig korrigieren zu können. Man muss offen sein für Veränderungen – als Unternehmer noch viel mehr als im Anstellungsverhältnis. Heute meint man, dass dies und jenes funktionieren wird, morgen sieht die Welt schon wieder anders aus und etwas völlig anderes wird nachgefragt. Dabei ist es natürlich ein Riesenvorteil allein zu sein: man muss niemanden fragen, hat keine Verantwortung für andere Menschen und kann einfach kurzfristig eine Kurskorrektur vornehmen.

BloggerBUREAU 2.0

Nach zwei Jahren BloggerBUREAU wird es diese Woche Zeit für den nächsten Schritt. Jetzt wissen wir alle, was das Influencer Marketing ist; der Hype ist vorbei und das IM ein festes Bestandteil des Marketing Mix. Also genug der Aufregung, ran an die wirklich nachhaltigen Projekte mit Hilfe der Blogger & Influencer. Am 25. August wird es News geben. Alle Infos dazu findest Du auf der Facebook Seite des BloggerBUREAU.

Creative Camp

Im September steht das nächste Creative Camp an – und ich darf dabei sein! Nach dem Event bei Dauphin, darüber werde ich noch berichten, geht es dieses Mal zu ArtDeco Cosmetics. Was das Creative Camp ist, warum ich mitmache und alles Weitere erfahrt ihr bald an dieser Stelle. Ich jedenfalls freue mich schon sehr darauf!

Deutsch für Anfänger 

Was als Recherche im Auftrag begann, gipfelte in ein Instagram-Projekt mit einem Online-Kurs und vielen weiteren Ideen, die derzeit getestet werden. Ich wollte eine Info-Quelle recherchieren – mehr nicht. Jetzt bin ich auf was gestoßen, das a) Spaß macht, b) ein geniales Case ist, anhand dessen man Instagram, Community Management und ein Lean StartUp grandios einfach erklären kann und c) das sich wirklich gut anfühlt. Vor zwei Monaten gab es ein großes Nichts – heute gibt es einen Account mit über 1.000 Followern, einen erfolgreich durchgeführten Mini-Online-Kurs, Unterstützung durch einen VA (ja, es gibt auch männliche virtuelle Assistenten) und vieles mehr. Die ganze Geschichte gibt es in Kürze nachzulesen auf benz-reichenauer.de

BUREAUStyle goes LUMA Nürnberg

Die heilsame Kraft des Loslassens und meine Erfahrungen mit Flohmärkten

Flohmarkt entrümpeln alte Bücher loswerden BUREAUStyle

Ja, ihr habt richtig gelesen: Ich habe ein neues Hobby. Nach dem ersten Mal wollte ich noch nicht groß schwärmen, aber wir beide (Matteo und ich) haben schon nach einer Stunde gemerkt, dass das „unser Ding“ ist.

Dass es mein Ding ist, das wusste ich schon mit acht Jahren. Damals kamen meine beste Freundin und ich auf die grandiose Idee Obst aus unserem Garten zu verkaufen. Damals lebte ich noch auf der Krim – Sonne satt von April bis Oktober – und wir wussten nicht wohin mit dem ganzen  Obst. Es gab auch keine Nachbarn, denen man damit eine Freude gemacht hätte, denn ihr ahnt es: Ja, sie hatten selbst viel zu viel und wussten nicht wohin damit.

Also stellten wir uns kurzerhand vor den Supermarkt (heutzutage undenkbar) und verkauften unser Obst. Die Passanten lächelten die ganze Zeit nur. Schließlich war das wie Eulen nach Athen tragen. Oder Eis in die Arktis. Oder… OK, ihr wisst, was ich meine.

Aber irgendwann kam eine Touri-Familie vorbei und die Mutter hat uns x-mal gefragt, ob denn der Preis aus wirklich stimmte, denn in Jalta, also direkt am Meer, haben sie das dreifache bezahlt. Mir leuchtete allerdings schon damals ein, dass die Preise in den Urlaubergebieten viel höher waren als im Landesinneren. Aber sie war sehr überrascht und hat uns alles (!) abgekauft. Soweit mein erstes Erlebnis mit Sachen verticken.

Auf dem Flohmarkt in Nürnberg läuft das Ganze natürlich einwenig anders und unsere Intention ist auch eine andere. Ursprünglich dachte ich mir, dass ich das ein oder andere, das ich nicht mehr trage oder brauche, loswerden würde. Aber schon nach dem ersten Flohmarkt Besuch waren wir wie beflügelt und haben unsere ganze Wohnung unter einem völlig anderen Gesichtspunkt betrachtet.

„Was könnten wir noch verkaufen?“

In einem russischen Zeichentrickfilm heißt es: Damit man etwas Unnötiges verkauft, muss man erst etwas Unnötiges kaufen. Und das ist so wahr!

Leider habe ich in den letzten Jahren zu viel Unnötiges angehäuft. Unser letzter Umzug liegt auch schon über sechs Jahre zurück. In dieser Zeit war ich entweder viel beruflich unterwegs oder wir hatten andere Prioritäten. Das regelmäßige Entrümpeln stand da wohl nicht auf dem Programm. Das kommt jetzt auf uns zurück.

Ich besitze einfach zu viel von allem: Klamotten, Kosmetik, Büchern…

Natürlich hat das Ganze eine Vorgeschichte. Es fing langsam an. Erst Marie Kondo gelesen, dann einen Finanzkurs bei Madame Moneypenny (absolute Empfehlung!) belegt… Zeit gehabt zu meditieren und über Dinge nachzudenken. Sehr viele Dinge.

Der erste Flohmarktbesuch war dann nur der letzte Tropfen, der mich endgültig zum Umdenken angeregt hat. Aber der Reihe nach.

Der Erlös aus dem Verkauf ist gar nicht das Entscheidende. Das Entscheidende war der Spaß und die Befreiung, die wir beide verspürt haben. Mit jedem Ding, das unseren Mini-Stand verließ, fühlte ich mich immer besser.

Seit über einem Monat habe ich mir nichts gekauft. Gar nichts.

Nicht mal ein Shampoo. Denn die Wahrheit ist: Ich habe einfach viel zu viel von allem.

Natürlich bekomme ich als Bloggerin auch ab und an Dinge zugeschickt oder geschenkt. Teilweise gehe ich Kooperationen ein und teste Produkte. Nach einem mehrtägigen Test habe ich das Produkt natürlich immer noch, das verschwindet ja nicht. Aber die Sachen, die ich zugeschickt bekomme, sind es noch nicht mal. Ich gehe Kooperationen bewusst ein und überlege mir genau, welches Produkt ich wirklich gut finde, testen und darüber berichten möchte. Diese Dinge sind es also nicht mal.

Vielmehr habe ich in den letzten Jahren (oder eigentlich gefühlt immer) viel zu viel konsumiert. Schon letztes Jahr hatte ich Phasen, in denen ich mein Konsumverhalten hinterfragt habe. In den letzten Wochen seit ich selbständig bin und generell sehr viele Dinge viel klarer sehe, hat es dann endgültig „Klick“ gemacht. Ich finde es selbst verrückt und manchmal sogar einwenig erschreckend. Eigentlich ist es ja etwas Positives, aber es fühlt sich noch sehr ungewohnt an.

Ich betrachte Dinge unter einem anderen Gesichtspunkt und habe ein anderes Bewusstsein für Qualität entwickelt. Zwar war ich nie eine Chicwish-Käuferin, aber in der Vergangenheit landeten viel zu viele H&M und Zara Teile viel zu schnell in meiner Tasche.

Und egal wie oft ich mir vorgenommen habe weniger zu kaufen, irgendwie hat es nie geklappt.

Ich find´s verrückt wie schnell es manchmal geht. Irgendetwas hat mein Unterbewusstsein getriggert und meine Weltsicht hat sich komplett verschoben. Es ist nicht nur der Konsum, es sind noch viele andere Dinge. Aber das mit dem Konsum merke ich einfach am stärksten.

Und so haben unsere Samstag Vormittage auf dem Flohmarkt viele gute Nebeneffekte:

  • wir kaufen insgesamt viel weniger
  • das, was wir kaufen, sind wirklich Lieblingsteile
  • wir räumen Dingen jetzt bewusst Platz in unserer Wohnung
  • man kann sich viel leichter trennen, wenn man ein Enddatum hat und nicht „erstmal was im Keller“ einlagert
  • mit jedem verkauften Stück (teilweise verschenke ich Sachen auch auf dem Flohmarkt), fühlen wir uns leichter und befreiter
  • eine Wohnung mit weniger Krempel macht einen freien Kopf und hat positive Auswirkungen auf unsere Gedanken

Sogar auf den Kauf von Lebensmitteln wirkt sich die Entrümpelung positiv aus. Ich kaufe nichts mehr „auf Vorrat“. Wenn man gegenüber einem Gemüseladen wohnt und im Umkreis von 500m drei Supermärkte sind, kommt mir der wöchentliche Einkauf geradezu lächerlich vor. Früher habe ich einfach viel zu viele Dinge gebunkert und ich frage mich wieso?

Alles in allem hat so eine Entrümpelung viele positive Aspekte. Ich habe bisher auch noch keinem Teil nachgeweint. Ganz ehrlich: Wenn der Verlustschmerz so groß wäre, könnte man sich die Dinge zur Not auch nachkaufen. Tut man in 99,9999 % der Fälle aber nicht (zumindest ist mir noch kein Fall bekannt).

Abgesehen vom Flohmarkt kann man Dinge natürlich auch auf andere Weise loswerden bzw. gegen etwas, das für einen selbst wertvoller ist, eintauschen:

Öffentliche Bücherregale

In Nürnberg nutze ich vor allem das Bücherregal am Dutzendteich. Man kann dort ganz unkompliziert Bücher vorbeibringen, ins Regal stellen und sich ein Buch mitnehmen. Matteo und ich haben eine einfache Regel: Egal wieviele Bücher wie hinbringen, meistens sind es so um die zehn, jeder darf nur ein einziges Buch mitnehmen. So kann man sichergehen, dass man nicht noch mehr Krempel anhäuft. Diese Regel funktioniert für uns sehr gut!

Stromkasten der Liebe

Es ist ein einfacher Stromkasten, der im besten Stadtteil der Welt – St. Johannis in Nürnberg – steht. Man bringt einfach schöne, nützliche und noch gut erhaltene Sachen hin und kann natürlich auch jederzeit etwas mitnehmen. Es ist sehr unkompliziert und es gibt sogar eine Facebook-Seite: https://www.facebook.com/stromkastenderliebe/ Bisher haben wir allerdings immer nur etwas vorbeigebracht und nie etwas mitgenommen. Entrümpeln und so…

Tauschparties

Ich habe im Frühjahr dieses Jahres eine Tauschparty bei mir zu Hause veranstaltet und es war richtig toll! Dazu habe ich Freundinnen eingeladen, die in etwa +/- dieselbe Größe haben. Danach wurde einfach getauscht nach dem Motto „Ich finde das Teil toll. Findest du auch was bei meinen Sachen? Dann können wir tauschen.“

Anfangs machte ich mir noch große Sorgen, dass man stets den Gegenwert der Dinge haben wollte. Aber das war gar nicht so. Alle haben sich über die neu „erworbenen“ Dinge gefreut und das war auch der Sinn der Sache. Irgendjemand kann noch etwas mit meinen „alten“ Dingen anfangen und braucht es sich nicht neu zu kaufen. Perfekt!

Habt ihr auch schon Erfahrungen mit Flohmärkten gemacht? Und wie werdet ihr nicht mehr gebrauchte Dinge los?

Top 3 Café in Nürnberg mit W-LAN und mein neuer coffee to go Favorit

NoWaste Treecup BUREAUStyle

Beitrag enthält *Werbung

Seit ich meinen Job gekündigt habe und mich selbständig gemacht habe, versuche ich so oft wie möglich von unterwegs zu arbeiten. Auch jetzt sitze ich im Hotelzimmer und während es draußen fast schon unerträglich heiß ist, und wir besseres Wanderwetter am Nachmittag abwarten, tippe ich hier in meinem Hotelbett diese Zeilen.

Für mich bedeutet von unterwegs arbeiten zu können absolute Freiheit.

Ich weiß aber auch, dass es für Außenstehende nur schwer nachzuvollziehen ist. Die meisten haben klare Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit, wobei ich auch viele Ausnahmen kenne. Gerade im Sales & Marketing Bereich wird auch viel von zu Hause aus oder unterwegs gearbeitet und viele Angestellte nehmen auch Arbeit mit nach Hause. Home Office Modelle werden immer beliebter.

Meine Freunde ermahnen mich jetzt immer öfter Arbeit und Freizeit ganz klar zu trennen. Aber zum Einen mache ich das einfach noch nicht so lange, als dass sich bei mir bereits absolute Routine eingespielt hätte und zum Anderen macht es mir einfach (noch) zu viel Spaß. Ich kann mir vorstellen, dass ich mich nicht unbedingt mit Laptop auf den Strand legen würde. Aber einwenig Abwechslung und ein paar Stunden Arbeit zwischendurch sind bei kleineren Urlauben definitiv drin. Wie gesagt, vielleicht bin ich einfach noch nicht urlaubsreif und es ist die Anfangseuphorie. Kann alles sein 😉

Wenn ich in Nürnberg bin, will ich aber auch nicht die ganze Zeit allein in meiner Wohnung sitzen. Stattdessen flüchte ich immer mal wieder in Cafés. Wichtig ist mir dabei eine stabile W-LAN Verbindung sowie ein guter Kaffee. Abgesehen davon darf es laut sein, dürfen Kinder umherlaufen und der Hund zu meinen Füßen liegen. Für mich alles kein Problem. Ich setze mich dann mit Kopfhörern hin und alles ist gut!

Meine Top 3 Cafés in Nürnberg mit stabiler W-LAN Verbindung:

 

  • Ill amore in der Obere Wörthstraße
  • Five Diner am Obstmarkt
  • ALEX am Hauptmarkt

Mit Laptop und Kaffee im Park

 

Ab und an flüchte ich aber auch gerne in einen der Parks. Man kann hier wahnsinnig gut abschalten und dennoch produktiv sein. Gerade kreative Aufgaben sind hierfür perfekt! Meistens terminiere ich mir Dinge, bei denen ich richtig kreativ sein kann extra für die Arbeitssessions im Freien.

Aber ohne Kaffee geht es trotzdem nicht. Für das Thema „Kaffee to go“ bin ich mittlerweile auch sehr sensibilisiert. Ich hatte in der Vergangenheit auch schon Becher aus Metall und Plastik verwendet. Jetzt habe ich jedoch einen Becher aus wiederverwertbarem Material entdeckt: Tree Cup*

 

Die Geschichte dahinter ist so einfach wie genial. Nach einem Kindergeburtstag bleibt viel zu viel Müll zurück: Plastikbecher, Plastikteller und Plastikbesteck. Um diesen in Zukunft zu vermeiden wird kurzerhand Tree Cup ins Leben gerufen. So beginnt die Story von NO WASTE.

Pro Tag werden 320.000 Einwegbecher weggeworfen. Das sind etwa 2,8 Mrd. pro Jahr! Hast Du das gewusst? Ich fand diese Zahl erschreckend. Aber es wäre auch naiv zu glauben, dass ich die Einzige bin, die gern mit einem Becher durch die Stadt rennt. Das tun natürlich viele und die Mülleimer sind regelmäßig voll. Rechnet man das auf die ganze Stadt hoch, das Land, den Kontinent – da wird Einem doch schwindlig…

Was mich bei dem Tree Cup im Vergleich zu anderen Mehrwegbechern überzeugt hat, ist das Gewicht. Früher habe ich es mir 3x überlegt, ob ich einen schweren Kaffeebecher mit mir herumschleppen will. Wenn man diesen nicht sofort ausgewaschen hat, konnte man gleich davon ausgehen, dass etwas vom Kaffeerest in der Tasche landet. Wie transportiert man dieses Ding überhaupt nach Hause oder bis zum nächsten Waschbecken?

Bei dem Tree Cup Becher ist mir in der Verwendung aufgefallen, dass die Tropfen regelrecht abperlen und man den Becher restlos entleeren kann. Mit dem Verschluss ist dieser zudem luftdicht und es kann nichts mehr auslaufen.

Alle Informationen und die Geschichte von NOWASTE findest Du hier. 

Den Becher gibt es in verschiedenen Variationen und in verschiedenen Farben. Damit man sich am heißen Kaffee verbrennt, gibt es eine Manschette, die selbstverständlich auch mehrmals verwendet werden kann. Hier spart man weiteren Müll ein.

An dieser Stelle vielen Dank an NOWASTE für die coolen Becher, die ich in den vergangenen Wochen ausgiebig beim Arbeiten getestet habe!

*Werbung – Der Beitrag spiegelt meine persönliche Meinung wieder. Alle Informationen zum Thema Werbekennzeichnung und wie diese bei BUREAUStyle gekennzeichnet wird, findest Du hier.

#coffeebreak – Cubell-Gründerin Franziska über die Selbständigkeit, Frauen und ihre Lieblingstools im Business

BUREAUStyle auf einen Kaffee mit Franziska von Cubell

Hallo Franzi! Schön, dass es mit dem #coffeebreak klappt. Stell´ Dich doch bitte kurz vor.

 

Ich bin Franziska Bauer, 31 Jahre und komme aus Fürth. Meinen Master habe ich in Wirtschaftspsychologie und arbeite seit einigen Jahren im Online-Marketing. Die Leidenschaft für Mode hatte ich schon immer. Sie auszuleben, traute ich mich, als ich lernte, meinen eigenen Körper mit all seinen Pfunden zu lieben.

Jetzt will ich diese Stärke auch anderen Frauen vermitteln. Mit cubell erfülle ich mir einen Traum. Ich greife die Bedürfnisse von kurvigen Frauen auf und spreche diese ehrlich an. Mollig zu sein bedeutet nicht, dass man seine Figur unter Kleidersäcken verstecken muss. Deswegen biete ich Mode, die für die moderne Frau im Alltag tragbar ist; trendy und die Rundungen nicht versteckt, aber auch nicht hervorhebt. Ich biete Plussize Mode zum Wohlfühlen.

Warum ein Online-Shop?

 

Ich komme beruflich aus dem Online Marketing. In meiner Freizeit schrieb ich einen Blog über Mode für große Größen. Die Selbstständigkeit war für mich schon immer ein großer Traum und letztes Jahr habe ich das Ganze in die Tat umgesetzt. Meine Fähigkeiten im Online Marketing und meine Begeisterung für Mode wollte ich miteinander kombinieren und daraus wurde dann cubell.de der Onlineshop für große Größen.

Jede Frau hat ihre Problemzonen, ob curvy oder schlank. Dennoch habe ich die Erfahrung gemacht, dass auf die Bedürfnisse von curvy Frauen nicht eingegangen wird. Oft stecken schlanke Designer hinter curvy Marken und seien wir mal ganz ehrlich: Jemand, der keine Kurven hat, kann sich nicht in die Wünsche und Bedürfnisse einer kurvigen Frau hineinversetzen. Und hier stehe ich, ein Vollweib, das die Probleme, Bedürfnisse und Wünsche kennt und die allen Frauen mit Kurven da draußen Lösungen anbieten möchte. Ich möchte das Selbstbild der Frauen stärken und das „wir sind, wie wir sind”-Gefühl nach außen transportieren. Das große Ziel: auch andere Menschen dazu bringen, so zu denken. Sich zu lieben und sich selbst so zu akzeptieren, wie man ist. Dazu braucht es Mode, die einem schmeichelt und einem Gutes tut. Meine Kundinnen sollen sich im Spiegel sehen und sagen können: „Heute gefalle ich mir sehr gut”.

Wen sprichst Du mit dem Shop an und was ist Deine Vision?

 

Ich spreche Frauen an, die Kurven wie ich haben und sich schön kleiden möchten, aber vielleicht auch noch nicht ganz wissen, wie sie das anstellen sollen.
Bei mir gibt es Mode, die zu vielen Anlässen passt und super im Alltag getragen werden kann. Meine cubellas (meine Kundinnen) sind von jung bis alt, denn meine Mode ist einfach für jeden gemacht, der Wert auf stilvolle Mode legt.

Meine Vision: Ich möchte Frauen mit etwas mehr ein bisschen Lebensenergie und Selbstliebe mit auf den Weg geben.

Ich möchte sie dazu ermutigen, an sich selbst zu glauben und ihre Kurven zu mögen. Ob das nun nur ein paar Kurven oder ein paar Kurven mehr sind, spielt dabei keine Rolle.

Wie stehst Du zum Thema #bodypositivity bzw. wie definierst Du es für Dich?

 

#bodypositvity hat für mich nichts mit Übergewicht zu tun, sondern spricht alle Menschen an, zu mehr Akzeptanz des Gegenübers und mehr Selbstliebe und Akzeptanz des eigenen Körpers. Ich finde es gut, dass es hier eine Art Hype gibt und das Thema immer relevanter wird. Einfach um mehr Toleranz zu schaffen und Ausgrenzung zu minimieren. Dennoch finde ich es nicht gut, dass man unter diesem Motto alles zur Schau stellen muss, ob nun Übergewicht oder nicht. Ich bin dafür, dass jeder, ob dick oder dünn sich selbst mit einem gewissen Stil präsentieren sollte und auf ein gepflegtes Äußeres achtet und einfach seine Schokoladenseite betont und nicht unbedingt den Bereich, der nicht gerade der Schönste ist. Es geht nicht darum etwas zu verstecken, sondern richtig in Szene zu setzen.

Findet man im Shop auch Mode fürs Büro?

 

Bis auf Festtagskleidung findet man bei cubell von Rockigen bis zum Business Looks alles was Frau braucht. Es gibt zwar nicht die typischen Blazer und Röcke.
Aber, es gibt moderne Business Looks, die ich auch in meinen Produktbeschreibungen erwähne. Dort sage ich, wie etwas mit welchem Teil kombiniert werden kann und zu welchem Anlass, ob es ein wichtiges Meeting ist oder der normale Büroalltag. Dabei gehe ich auch auf die Körperform ein.

Mit welchen Schwierigkeiten hast Du als Gründerin zu kämpfen? Wo könntest Du noch Hilfe gebrauchen? Wo hättest Du Dir mehr Unterstützung gewünscht?

 

Ich hätte gerne eine Beratung gehabt, die mich über alles in einem aufklärt. Steuern, Versicherungen, Anmeldungen, Werkstudenten, Aushilfskräfte etc. Einfach eine Art Einführungsbroschüre mit Beratung und Erfahrungsaustausch. Es gibt zwar zahlreiche Gruppen und auch Netzwerkveranstaltungen, aber als alleinige Gründerin ist es oft schwierig überall anwesend zu sein. Hier hätte ich mir gewünscht, dass die Stadt gewisse Lehrgänge anbietet, welche auf all meine Fragen auch Antworten präsentiert hätte.

Im Nachhinein habe ich erfahren, dass es tatsächlich einige solche Angebote gibt, jedoch sind diese im Worldwideweb sehr versteckt und ohne direkten Hinweis darauf, habe ich diese Angebote leider nicht gefunden.

 

Eine Idee wäre es auch, so etwas direkt an Hochschulen zu integrieren, als Wahlfach. Das hätte ich sicherlich damals besucht.

 

Ich hatte einen tollen Gründungsberater, der mir durch die IHK zur Verfügung gestellt wurde. Da gibt es ein Förderprogramm, welches Gründer bei den Kosten für einen Gründungsberater unterstützt.

Ansonsten habe ich beim Patentamt die kostenlose Beratung für die Anmeldung einer Marke in Anspruch genommen. Zum einem von dortigen Angestellten und von einem Rechtsanwalt, der dort kostenlos Beratung gibt.

Ich muss jedoch sagen, dass ich dann doch zu einem Anwalt gegangen bin, um meine Marke richtig anzumelden, denn das ist gar nicht so einfach und einiges musste beachtet werden, da wollte ich keine Fehler machen und habe ich mich dafür entschieden, die Investition für einen Markenanwalt zu tätigen.

Wie bringst Du alles unter einen Hut? Hast Du einen Tipp fürs Zeitmanagement?

 

Am Anfang habe ich wirklich ständig gearbeitet, ob am Wochenende oder auch um 2 Uhr nachts, ich denke, dass ist auch ganz normal, wenn man ein Business aufbauen möchte.

Jetzt nehmen ich mir jedoch auch bewusst Auszeiten. Ich gönne mir einen Feierabend und auch ein Wochenende. Natürlich bin ich erreichbar, auch im Urlaub oder am Wochenende, aber ich priorisiere. Wenn etwas auch Zeit bis Montag hat, dann erledige ich das erst am Montag und nicht an einem Sonntag.

Montags starte ich meist um 7 Uhr und mach mir eine Wochenliste. Was muss gemacht werden, bis wann und wie wichtig ist es. So plane ich etwas meine Woche. Ich sage bewusst „etwas“ denn es kommt oft ganz anders und ich muss improvisieren, Termine verschieben und andere Sachen vorziehen. Aber einen gewissen Plan brauche ich einfach, um etwas organisiert durch die Woche zu kommen.

Auf welche Tools oder Apps schwörst Du und kannst nicht auf sie verzichten?

 

Trello ist meine größte Leidenschaft. Dort kann ich Ideen schnell und einfach integrieren, kann meine To dos machen und auch abhacken.

– ABER mein aller wichtigstes Werkzeug ist und bleibt Blatt und Stift, auch wenn ich in der Onlinewelt zu Hause bin, mag ich es, wenn ich was aufschreiben und auch wieder durchstreichen kann.

Slack ist ein weiteres wichtiges Tool, hier kommuniziere ich mit Partnern und Kunden für den schnellen Austausch.

– Für kleinere Sachen verwende ich oft die Wunderliste (App)

– Für Flyer nutze ich gern Canvas, da kann man auch als nicht Grafik Designer tolle Sachen erstellen

 

Vielen Dank für das Interview, die vielen Einblicke in Dein StartUp-Leben und die vielen Tipps!