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#coffeebreak – Cubell-Gründerin Franziska über die Selbständigkeit, Frauen und ihre Lieblingstools im Business

BUREAUStyle auf einen Kaffee mit Franziska von Cubell

Hallo Franzi! Schön, dass es mit dem #coffeebreak klappt. Stell´ Dich doch bitte kurz vor.

 

Ich bin Franziska Bauer, 31 Jahre und komme aus Fürth. Meinen Master habe ich in Wirtschaftspsychologie und arbeite seit einigen Jahren im Online-Marketing. Die Leidenschaft für Mode hatte ich schon immer. Sie auszuleben, traute ich mich, als ich lernte, meinen eigenen Körper mit all seinen Pfunden zu lieben.

Jetzt will ich diese Stärke auch anderen Frauen vermitteln. Mit cubell erfülle ich mir einen Traum. Ich greife die Bedürfnisse von kurvigen Frauen auf und spreche diese ehrlich an. Mollig zu sein bedeutet nicht, dass man seine Figur unter Kleidersäcken verstecken muss. Deswegen biete ich Mode, die für die moderne Frau im Alltag tragbar ist; trendy und die Rundungen nicht versteckt, aber auch nicht hervorhebt. Ich biete Plussize Mode zum Wohlfühlen.

Warum ein Online-Shop?

 

Ich komme beruflich aus dem Online Marketing. In meiner Freizeit schrieb ich einen Blog über Mode für große Größen. Die Selbstständigkeit war für mich schon immer ein großer Traum und letztes Jahr habe ich das Ganze in die Tat umgesetzt. Meine Fähigkeiten im Online Marketing und meine Begeisterung für Mode wollte ich miteinander kombinieren und daraus wurde dann cubell.de der Onlineshop für große Größen.

Jede Frau hat ihre Problemzonen, ob curvy oder schlank. Dennoch habe ich die Erfahrung gemacht, dass auf die Bedürfnisse von curvy Frauen nicht eingegangen wird. Oft stecken schlanke Designer hinter curvy Marken und seien wir mal ganz ehrlich: Jemand, der keine Kurven hat, kann sich nicht in die Wünsche und Bedürfnisse einer kurvigen Frau hineinversetzen. Und hier stehe ich, ein Vollweib, das die Probleme, Bedürfnisse und Wünsche kennt und die allen Frauen mit Kurven da draußen Lösungen anbieten möchte. Ich möchte das Selbstbild der Frauen stärken und das „wir sind, wie wir sind”-Gefühl nach außen transportieren. Das große Ziel: auch andere Menschen dazu bringen, so zu denken. Sich zu lieben und sich selbst so zu akzeptieren, wie man ist. Dazu braucht es Mode, die einem schmeichelt und einem Gutes tut. Meine Kundinnen sollen sich im Spiegel sehen und sagen können: „Heute gefalle ich mir sehr gut”.

Wen sprichst Du mit dem Shop an und was ist Deine Vision?

 

Ich spreche Frauen an, die Kurven wie ich haben und sich schön kleiden möchten, aber vielleicht auch noch nicht ganz wissen, wie sie das anstellen sollen.
Bei mir gibt es Mode, die zu vielen Anlässen passt und super im Alltag getragen werden kann. Meine cubellas (meine Kundinnen) sind von jung bis alt, denn meine Mode ist einfach für jeden gemacht, der Wert auf stilvolle Mode legt.

Meine Vision: Ich möchte Frauen mit etwas mehr ein bisschen Lebensenergie und Selbstliebe mit auf den Weg geben.

Ich möchte sie dazu ermutigen, an sich selbst zu glauben und ihre Kurven zu mögen. Ob das nun nur ein paar Kurven oder ein paar Kurven mehr sind, spielt dabei keine Rolle.

Wie stehst Du zum Thema #bodypositivity bzw. wie definierst Du es für Dich?

 

#bodypositvity hat für mich nichts mit Übergewicht zu tun, sondern spricht alle Menschen an, zu mehr Akzeptanz des Gegenübers und mehr Selbstliebe und Akzeptanz des eigenen Körpers. Ich finde es gut, dass es hier eine Art Hype gibt und das Thema immer relevanter wird. Einfach um mehr Toleranz zu schaffen und Ausgrenzung zu minimieren. Dennoch finde ich es nicht gut, dass man unter diesem Motto alles zur Schau stellen muss, ob nun Übergewicht oder nicht. Ich bin dafür, dass jeder, ob dick oder dünn sich selbst mit einem gewissen Stil präsentieren sollte und auf ein gepflegtes Äußeres achtet und einfach seine Schokoladenseite betont und nicht unbedingt den Bereich, der nicht gerade der Schönste ist. Es geht nicht darum etwas zu verstecken, sondern richtig in Szene zu setzen.

Findet man im Shop auch Mode fürs Büro?

 

Bis auf Festtagskleidung findet man bei cubell von Rockigen bis zum Business Looks alles was Frau braucht. Es gibt zwar nicht die typischen Blazer und Röcke.
Aber, es gibt moderne Business Looks, die ich auch in meinen Produktbeschreibungen erwähne. Dort sage ich, wie etwas mit welchem Teil kombiniert werden kann und zu welchem Anlass, ob es ein wichtiges Meeting ist oder der normale Büroalltag. Dabei gehe ich auch auf die Körperform ein.

Mit welchen Schwierigkeiten hast Du als Gründerin zu kämpfen? Wo könntest Du noch Hilfe gebrauchen? Wo hättest Du Dir mehr Unterstützung gewünscht?

 

Ich hätte gerne eine Beratung gehabt, die mich über alles in einem aufklärt. Steuern, Versicherungen, Anmeldungen, Werkstudenten, Aushilfskräfte etc. Einfach eine Art Einführungsbroschüre mit Beratung und Erfahrungsaustausch. Es gibt zwar zahlreiche Gruppen und auch Netzwerkveranstaltungen, aber als alleinige Gründerin ist es oft schwierig überall anwesend zu sein. Hier hätte ich mir gewünscht, dass die Stadt gewisse Lehrgänge anbietet, welche auf all meine Fragen auch Antworten präsentiert hätte.

Im Nachhinein habe ich erfahren, dass es tatsächlich einige solche Angebote gibt, jedoch sind diese im Worldwideweb sehr versteckt und ohne direkten Hinweis darauf, habe ich diese Angebote leider nicht gefunden.

 

Eine Idee wäre es auch, so etwas direkt an Hochschulen zu integrieren, als Wahlfach. Das hätte ich sicherlich damals besucht.

 

Ich hatte einen tollen Gründungsberater, der mir durch die IHK zur Verfügung gestellt wurde. Da gibt es ein Förderprogramm, welches Gründer bei den Kosten für einen Gründungsberater unterstützt.

Ansonsten habe ich beim Patentamt die kostenlose Beratung für die Anmeldung einer Marke in Anspruch genommen. Zum einem von dortigen Angestellten und von einem Rechtsanwalt, der dort kostenlos Beratung gibt.

Ich muss jedoch sagen, dass ich dann doch zu einem Anwalt gegangen bin, um meine Marke richtig anzumelden, denn das ist gar nicht so einfach und einiges musste beachtet werden, da wollte ich keine Fehler machen und habe ich mich dafür entschieden, die Investition für einen Markenanwalt zu tätigen.

Wie bringst Du alles unter einen Hut? Hast Du einen Tipp fürs Zeitmanagement?

 

Am Anfang habe ich wirklich ständig gearbeitet, ob am Wochenende oder auch um 2 Uhr nachts, ich denke, dass ist auch ganz normal, wenn man ein Business aufbauen möchte.

Jetzt nehmen ich mir jedoch auch bewusst Auszeiten. Ich gönne mir einen Feierabend und auch ein Wochenende. Natürlich bin ich erreichbar, auch im Urlaub oder am Wochenende, aber ich priorisiere. Wenn etwas auch Zeit bis Montag hat, dann erledige ich das erst am Montag und nicht an einem Sonntag.

Montags starte ich meist um 7 Uhr und mach mir eine Wochenliste. Was muss gemacht werden, bis wann und wie wichtig ist es. So plane ich etwas meine Woche. Ich sage bewusst „etwas“ denn es kommt oft ganz anders und ich muss improvisieren, Termine verschieben und andere Sachen vorziehen. Aber einen gewissen Plan brauche ich einfach, um etwas organisiert durch die Woche zu kommen.

Auf welche Tools oder Apps schwörst Du und kannst nicht auf sie verzichten?

 

Trello ist meine größte Leidenschaft. Dort kann ich Ideen schnell und einfach integrieren, kann meine To dos machen und auch abhacken.

– ABER mein aller wichtigstes Werkzeug ist und bleibt Blatt und Stift, auch wenn ich in der Onlinewelt zu Hause bin, mag ich es, wenn ich was aufschreiben und auch wieder durchstreichen kann.

Slack ist ein weiteres wichtiges Tool, hier kommuniziere ich mit Partnern und Kunden für den schnellen Austausch.

– Für kleinere Sachen verwende ich oft die Wunderliste (App)

– Für Flyer nutze ich gern Canvas, da kann man auch als nicht Grafik Designer tolle Sachen erstellen

 

Vielen Dank für das Interview, die vielen Einblicke in Dein StartUp-Leben und die vielen Tipps!