2018 Rückblick – das schrägste Jahr überhaupt

Dezember ist traditionell die Zeit für Rückblicke auf das vergangene Jahr. Auch ich werde da oft ganz sentimental und schmiede schon Pläne für das nächste Jahr. Der Dezember ist insgesamt eine richtig verrückte Zeit: Einerseits will man noch alles in diesem Jahr erledigen, andererseits die Adventszeit genießen und sich auf Weihnachten freuen.

Allzu oft setzen wir uns zu stark unter Druck und merken gar nicht wie schnell dieser magische Monat vorbei ist. Und damit auch wieder ein Jahr.

2018 war mit Abstand das verrückteste Jahr aller Zeiten. Es hat in meinem Leben viel auf den Kopf gestellt und das obwohl nichts Weltbewegendes passiert ist. Ist das nicht per se schon irre? Ich finde schon.

Kein Jahr hat mein Mindset so verändert wie dieses. In keinem Jahr hatte ich so viele Aha-Erkenntnisse wie in 2018. Es war einfach nur crazy – anders kann ich es gar nicht nennen.

Anfang 2018

Das Jahr hat schon mit Riesenschritten begonnen. Ich war damals noch angestellt und heute klingt das wie aus einer anderen Zeit. So als würde ich über ein Jahr vor 10 Jahren sprechen. Die ersten drei Monate waren mit die schlimmsten, denn ich habe mich selten über so einen langen Zeitraum so unglücklich gefühlt.

Ich kann mich an viele Momente erinnern in denen ich nicht wusste was mit mir los ist. Ich konnte mich für nichts begeistern und an manchen Tagen tat mir einfach alles weh. Anfang März war der absolute Tiefpunkt erreicht: Ausgerechnet an einem schönen Tag, dem Geburtstag meines Mannes, war meine Stimmung am Boden. Wir waren in einem sehr schicken Restaurant essen und nichts hat mir geschmeckt, obwohl ich wusste, dass genau das meine Lieblingsgerichte waren. Ich konnte mich nur schwer aufraffen zu lächeln, geschweige denn richtig happy zu sein…

Die Selbstständigkeit

Ab dem 1. April 2018 war ich offiziell selbstständig. Da bei der Antragstellung alles, was hätte schiefgehen können, schiefgegangen ist, waren die ersten Monate meiner Selbstständigkeit eine richtige Zerreißprobe.

Mein Umfeld hat erwartet, dass ich doch jetzt happy sein wollte. Jetzt, wo ich alles hatte, was ich mir je gewünscht habe. Und es stimmt: meine Bauchschmerzen, die sich nicht erklären ließen, waren von einem Tag auf den anderen weg. Meine Ärztin konnte sich das nicht erklären, aber ich ahnte schon, was der Grund dafür sein könnte.

In den ersten Wochen und Monaten fragte ich mich ernsthaft, ob ich noch alle Tassen im Schrank hätte. Ich hatte keine Anfragen, keine Kunden und alles war irgendwie sehr sehr wage. Mein Gründungszuschuss wurde eine halbe Ewigkeit lang nicht genehmigt und ich war einfach nur niedergeschlagen. Innerlich extrem happy mit der Entscheidung, aber gleichzeitig voller Ängste, was die Zukunft bringen würde.

Und dennoch: Ich habe keinen Tag überlegt wieder in Festanstellung zu gehen. Keinen einzigen.

Die Wende

„It takes years to become an overnight success.“

Keine Ahnung wer das gesagt hat und wann der Erfolg dann endlich kam. Aber plötzlich habe ich mich gefragt, wie ich all die Aufträge, die scheinbar über Nacht über mich hereinbrachen, bewältigen sollte. Ich brauchte einen Plan. Einen richtigen Plan, keinen dieser vorgefertigten Business-Pläne für die Ämter.

Nach und nach formte sich alles und ich bin heute mehr als glücklich für die durchlebte Zeit. Am Ende formen uns stets unsere Misserfolge und nicht die Zeiten, in denen alles glattläuft. Man kann es drehen und wenden wie man möchte, aber gerade aus Krisen geht man gestärkt hervor. Und auch wenn man das während einer Krise nicht hören möchte, heute glaube ich, dass das einfach dazugehört.

Rückblickend ergab alles einen Sinn. Die Aufträge, die ich nicht bekommen habe – und weswegen ich nun heilfroh war. Die Menschen, die ich in der Zeit kennenlernte – und die mir jetzt fast näher sind als alle anderen. Die vielen Zweifler und Fragen… Kurzum, bevor es zu pathetisch wird:  2018 hat mich unglaublich gefordert, aber mir auch so viel gegeben.

Jahresende

Das letzte Quartal verging dann wie im Flug. Ich habe stets damit gekämpft die Zeit irgendwie aufzuhalten. Ein großer Auftrag bescherte mir in dieser Zeit viele schlaflose Nächte: Entweder ich habe an dem Auftrag gearbeitet oder aber ich habe darüber nachgedacht was ich als nächstes tun würde. Aber ich bin ganz sicher, dass es richtig cool werden wird. Es dauert nur noch ein paar Wochen…

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