Ain´t no sunshine - zwei Monate Selbständigkeit und was ich gelernt habe

Ich bin urlaubsreif und auch wieder nicht – gleichzeitig. 

(Beitrag enthält einen Hinweis auf ein PR-Muster, das mir unentgeltlich zugeschickt wurde.)

Wohl gerade deshalb versuche ich aus allem eine Sonne zu machen. Genau wie aus den Orangen 😉

Das ist für mich ein absolut neuer Zustand, denn bisher kannte ich das so noch nicht. Einerseits will man wegfahren, vordergründig, weil man etwas Neues sehen will. Andererseits liebe ich mein Leben hier in Nürnberg gerade ohne Ende. Habt ihr sowas schon mal erlebt? Für mich ist dieses Gefühl wirklich ganz neu und noch völlig ungewohnt!

Jetzt sind es fast zwei Monate seit ich mich selbständig gemacht habe. Wahnsinn! Zwei Monate! Der erste Monat ging sehr schnell rum, da Ende April ja schon das 3. BloggerBUREAU stattfand. (Das Video dazu ist jetzt auch online. Klickt mal rein und sagt mir wie es euch gefällt.)

Im Mai habe ich es dann endlich realisiert und lebe seitdem wie in einem Traum! Nicht zu verwechseln mit dem Traum, in dem alles gut ist. Nein, nein, es ist nicht immer alles heiter Sonnenschein. Mir tut es immer noch einbißchen leid, dass ich es nicht schaffe euch in meinen Stories mitzunehmen. Ich würde euch so gerne zeigen, was ich den ganzen lieben Tag so mache. Wenn ich dann endlich mal etwas poste, ist es meist nur ein Bild, eine Momentaufnahme – mehr nicht.

Aber warum das nicht klappt, habe ich mir erst gestern vor Augen geführt. Mein Morgen war noch relativ entspannt. Ich konnte E-Mails machen, Post öffnen, Rechnungen bezahlen – nichts Besonderes eben. Nebenbei hatte ich meinen Kaffee und den Tag im Kopf schon gut durchgeplant. Gegen 11 rief mich jemand spontan an und der Anruf dauerte eine Dreiviertel Stunde. Es ging um ein Event, das ich heute leiten werde. Folgt mir einfach in den Stories, ich versuche euch dieses Mal wirklich mitzunehmen – versprochen!

Wir haben also letzte Details besprochen und zack war es schon kurz vor 12. Ich habe parallel angefangen mich anzuziehen, denn um 12 Uhr wartete Franzi von Cubell in einem nahegelegenen Café auf mich. Ich habe es aber tatsächlich pünktlich (ich war um 2 Minuten nach 12 da) geschafft. Allerdings bei einer Affenhitze (nein, ich meckere nicht, ich stelle nur fest). Wir haben uns regelrecht verquatscht und ich war froh, dass mein 15 Uhr Termin sich per WhatsApp entschuldigte und 10 Minuten später kam. Pünktlich hätte ich es sonst nicht mehr geschafft.

Aber kennt ihr das, wenn man so viel gemeinsam hat und sich seit einer Ewigkeit nicht gesehen hat? Man kommt einfach nicht weiter, ich partout nicht.

Also renne ich los, zu meinem nächsten Termin. Das Auto hätte mir auch nichts gebracht und mit den Öffentlichen hätte ich nur einen Teil der Strecke geschafft bzw. hätte auch mindestens so lange auf die Tram warten müssen. Also zu Fuß. Bei Drölftausend Grad. Mit Laptop. Yay! Ein Hoch auf mein MacBook, alles andere wäre mir einfach zu schwer.

Ich bin kaum los, schon ruft mich eine ehemalige Kollegin an, die eine Influencer-Kampagne plant. Wir haben grob darüber gesprochen dazu telefonieren zu wollen, aber nicht ausgemacht wann. Ob es mir jetzt passt? Klar, krieg zwar kaum Luft, aber wenigstens habe ich Zeit.

Im Fränkness angekommen kommt ziemlich bald auch schon mein 15-Uhr-Termin. Eine der coolsten Frauen, die ich je getroffen habe – Wahnsinn! Ich bin regelrecht begeistert und vergesse vollkommen wie spät es ist. Wir schaffen es doch tatsächlich den ersten Termin des Tagen (den mit Franzi) zu toppen und ich bin erst sage und schreibe um 18:30 Uhr auf dem Weg nach Hause.

Was ich an dem Tag und während meiner Selbständigkeit gelernt habe (sorry, die Psychologin muss mal wieder reflektieren…)

  • Ich schaffe es mich in 10 Minuten ganz passabel anzuziehen. Bügeln und schminken inklusive!
  • Ich bin pünktlicher und organisierter als gedacht
  • Der liebe Gott meint es gut mit mir und schickt mir lauter nette und inspirierende Menschen. Am liebesten würde ich mit jedem meiner (potentiellen) Auftraggeber ein Interview führen!
  • Man muss sich einfach trauen! Ich habe das zwar nicht erst in den letzten zwei Monaten gelernt, aber diese Zeit hat es nochmal bestätigt. A kennt B, B kennt C und das Projkt, das mega-langweilig klingt, ist am Ende richtig cool und wurde einfach langweilig kommuniziert.
  • Es lohnt sich erst zu geben und dann zu nehmen. Die meisten meiner Kontakte entstehen so und nicht andersherum
  • Man kann nie genug Marketing betreiben. Mehr geht immer! Das habe ich auch von meinen Kunden gelernt.
  • Meine Elevator speech ist Mist! Ich habe einen so krassen Zick-Zack-Lebenslauf und schon so viel in meinem Leben gemacht, so weit könnte der elevator gar nicht fahren.
  • Die Welt ist bunt und man sollte den Algorithmen nicht trauen. Ich habe in dieser Zeit so viele inspirierende Accounts entdeckt – Wahnsinn! Dazu an anderer Stelle mehr.
  • Einfach machen. Die Zeit jetzt fühlt sich so an, als hätte man mich am Start am Shirt festgehalten und erst jetzt losgelassen. Ich habe so viele Dinge, die ich in den letzten Wochen angestoßen habe – verrückt! Endlich ist das „irgendwann mal“ gekommen.
  • Ich lebe viel bewusster. Ich esse bewusster und bewege mich bewusster. Jetzt erst merke ich wie wenig ich eigentlich essen möchte. Früher habe ich nach den Pausenzeiten gegessen. Vor der Arbeit, dann, wenn man Zeit hatte und sich mit Kollegen zusammengetan hat, abends mit meinem Mann. Jetzt esse ich weniger, auch mal zwischendurch. Aber ich esse nicht, nur weil ich es muss und weil ich weiß, dass ich „später“ in ein Meeting muss. Oder aus Langeweile.

Wow, das ist aber auch eine ganz schön lange Liste geworden!
Und ehrlich gesagt bin ich noch gar nicht fertig. So viel hat sich verändert! Aber klar, auch negative Dinge sind dabei. Die Bürokratie z. B. Das nervt. Buchhaltung habe ich auch schon im Studium gehasst. Und und und.

Dennoch bin ich nicht „urlaubsreif“. Komisch, oder?

Eigentlich wollten Matteo und ich im Mai nach Israel zu einer Freundin, die ausgerechnet jetzt im Mutterschutz ist. Es wäre so perfekt gewesen! Ab Juni muss sie leider wieder arbeiten und hat entsprechend weniger Zeit. Wir mussten das Ganze jedoch erstmal verschieben, weil es sich gerade falsch angefühlt hätte. Ich könnte jetzt, in diesem Moment, nicht abschalten. Ich will noch dies und das anstoßen, bevor ich wegfahren kann.

Und sind wir mal ehrlich: Wo gibt es aktuell mehr Sonne? Ich glaube nirgendwo.
Es gibt also keinen Grund sich zu stressen und krampfhaft wegfahren zu wollen. Stattdessen genieße ich noch diese Zeit, denn auch die kommt nie mehr zurück – mit all ihren Fehlern und Schwierigkeiten.

Ich liebe das, was ich mache und wünsche euch von ganzem Herzen, dass auch ihr das tut, was ihr liebt!

Habt eine schöne Woche!
Anna

P. S. Abends genieße ich dann gerne ein Glas Weißwein, auch so eine neue Angewohnheit, wo ich doch früher ein Verfecher spanischer Rotweine war. Die Flasche ist ein PR-Sample von #iheartwines

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