Digitalisierung in der Arbeitswelt – höchste Zeit seine Einstellung zu ändern

Neulich las ich in einer Facebook-Gruppe eine Frage. Die Verfasserin wollte wissen wo sie vom Computer erstellte Texte bekommt. Bevor zwei weitere Gruppenmitglieder ihre Tipps geteilt haben, meldeten sich einige weitere Kommentatorinnen (reine Frauen-Gruppe) zu Wort und empfahlen einen Texter aus Fleisch und Blut. 

Ein richtiger Texter könnte schließlich niemals einen Computer ersetzen.

Tadam. Und da wären wir wieder bei dem Thema Digitalisierung. 

Vor knapp zwei Wochen fand das 1. XING Pulse Marketing Event in Nürnberg statt, das ich konzipieren, organisieren und moderieren durfte. Das Thema: Digitalisierung im Marketing.

Im Grunde ist Digitalisierung überall. Wir hören täglich davon und gefühlt verändert sich genauso schnell auch alles um uns herum. Neulich bekam ich von meiner Bank die Info, dass Apple Pay demnächst verfügbar sein wird. Im ersten Moment dachte ich mir WOW, das ist ja cool!

Aber dann fielen mir die unzähligen Abende, die ich in Restaurants „als Pfand“ verbracht habe. Ja, richtig gelesen. Das Prozedere ist bei Matteo und mir immer dasselbe: Wir gehen essen. Und wenn er bezahlen will und nachfragt, ob auch EC-Karten Zahlung akzeptiert wird, geht es los.

Die häufigsten Antworten:

  • Nein, denn diese Bezahlvariante ist uns zu teuer. Spricht: Du, lieber Gast, bist es mir leider nicht wert, dass ich das einrichte.
  • Das Gerät ist kaputt. Allerdings heißt es auch wochenlang, dass das so wäre…
  • Wir wollten das schon längst erledigt haben, aber… Siehe 1.

Und so weiter und so fort.

Digitalisierung schön und gut, aber es funktionieren einfach leider viele Dinge, die bereits funktionieren müssten, immer noch nicht. So zu tun als würden wir ab morgen nur noch mit Robotern sprechen, ist also deshalb etwas übertrieben.

Die Welt verändert sich zwar rasant, aber auch nicht rasend schnell. Facebook hat sich in den letzten Jahren entwickelt, ja, aber die Plattform an sich ist auch schon über zehn Jahre alt. Wer sich jetzt noch fragt, ob er sie braucht und wie man sie für sein Business nutzen kann, sollte jetzt wirklich Gas geben.

Ich will nur sagen: Ja klar, alles ist ständig in Bewegung. Aber sich gegen neue Technologien zu stellen finde ich persönlich schwierig. Wäre ich jetzt Texterin und würde ich rein von den Texten leben, hätte ich mich wahrscheinlich längst nach Weiterbildungsmöglichkeiten umgesehen. Natürlich wird es in einigen Jahren noch Texter geben, ich schließe das gar nicht aus. Aber traurig ist es, wenn ich sehe, dass die Existenzen vieler Menschen auf Jobs beruhen, die es bald zu 100% nixht mehr geben wird. Wenn sich alle weltweit einig sind wohin die Entwicklung geht, finde ich es höchst problematisch einfach nichts zu tun.

Will ich mich lieber mit einem Menschen unterhalten oder mit einem Roboter? Na klar will ich mit einem Menschen sprechen. Logisch! Nur sind wir ja nicht bei „Ich wünsch mir was“. Auch ich muss die Entwicklungen akzeptieren und bin heilfroh mich in der 9. Klasse gegen meinen Berufswunsch entschieden zu haben. Eigentlich hatte ich fest vor nach der 10. Klasse eine Ausbildung anzufangen. Meine Lieblingsfächer waren Englisch und Geographie und ich wollte unbedingt Reiseverkehrskauffrau werden. Mein Gott, was für ein sperriges Wort.

Seitdem sind viele Jahre vergangen und ich habe den ein oder anderen Ort bereits. Aber ich habe noch nie in einem Reisebüro gebucht. Meine „Reisebüros“ heißen Urlaubspiraten und Secret Escapes. Es gibt in meinem Ort (8k Einwohner) auch kein einziges Reisebüro mehr. Früher gab es zwei und gleich im nächsten Ort wieder eins.

Als ich auf den empfohlenen Link mit den Texter-Robotern geklickt habe, sah ich gleich oben die Referenzen – allesamt große und erfolgreiche Firmen, der eine oder andere Ex-Arbeitgeber aus der Automobilbranche war ebenfalls dabei.

Doch, ich bin neugierig. Und ich bin ehrlich: Ich werde mich auf der Webseite umsehen.

Nein, ich möchte nicht, dass Texter ohne Auftrag bleiben. Aber ich wünsche mir für sie, dass sie die Digitalisierung als Chance sehen und sie nicht verteufeln. Wenn sie endlich die vielen Möglichkeiten der Digitalisierung begriffen haben, werden sie nicht mehr aufhören zu grinsen und keine traurigen Kommentare auf Anfragen wie diese posten.

Und diese Erkenntnis wünsche ich wirklich allen.

<3

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