Drei Jahre Selbständigkeit: Meine Learnings & Fails

Jetzt bin ich seit genau 3 Jahren selbständig.

Als ich mich damals, Ende März 2018, von meinen Kollegen verabschiedet habe, hatte ich gar keine Ahnung was mich in den kommenden drei Jahren erwarten würde. Wie auch?

Die Selbständigkeit war eine einzige Achterbahnfahrt. Mal dachte ich: Wow! Das läuft ja richtig genial.

Dann saß ich nächtelang an Projekten, die mir kaum Umsatz, dafür aber jede Menge Kopfschmerzen bereitet haben.

Ich habe Podcasts rund um Businessaufbau gesuchtet und mich gewundert wieviel sinnloses Zeug es da draußen gibt, das scheinbar von Menschen gekauft wird.

Ich war auf unzähligen Events, habe x Hänge geschüttelt, stand mehrfach auf der Bühne und habe auch ein paar sehr toxische Menschen getroffen, die ich nicht sofort durchschaut habe.

Dann kam die Schwangerschaft, zeitgleich mit der Zusage von Matteo´s neuem Job, der Zweiwohnung in BaWü und noch mehr Arbeit. Gefühlt ging es Ende 2019 so richtig los!

Bis, naja, bis Februar, als dann die Welt begann sich für immer zu verändern. Am letzten Februar-Tag 2020 habe ich mein letztes Offline-Event besucht (ein absoluter Reinfall, by the way).

Ab da nur noch irgendwelche schlechten Nachrichten im Fernsehen, Lockdowns, Einschränkungen, zwischendurch die Geburt unserer Tochter, wieder Lockdown usw.

Die drei Jahre hatten wirklich ALLES, was eine gute Story an Dramaturgie zu bieten hat. Extrem geniale Kunden, die mir einfach so irgendwelche Sonderzahlungen überwiesen haben, quasi als Dank:

Und auch Kunden, die ihre E-Mails mit diesen Worten beginnen:

Die drei Jahre hatten es wirklich in sich.

Alles war vorhanden.

Wenn ich mir jetzt überlege wo ich vor genau drei Jahren stand, was ich wusste (und nicht wusste), wen ich kannte (und wen ich nicht kante) und vor allem wie weit ich vom Kopf her war… wow! Einfach nur wow.

Ehrlich gesagt fehlen mir die Worte, denn es ist wirklich verdammt viel passiert.

Ich bin so unendlich dankbar für ALLES, was mir in dieser Zeit passiert ist, was ich erfahren habe und was ich geleistet habe. Rückblickend möchte ich keine Erfahrung missen, auch keine Enttäuschung und keinen Rückschlag. Am Ende hat es mich dahin gebracht, wo ich heute bin.

Mein Rat Nr. 1: Investiere zuerst in Dich selbst

Ich habe schon als Angestellte viel Geld und Zeit in meine Weiterbildung gesteckt. Nicht über alles konnte ich mit meinen Kollegen sprechen, denn die meisten haben überhaupt nicht verstanden, warum ich mir die Nächte mit Büchern und Online-Kursen um die Ohren schlage.

Genauso wie mich vor Jahren viele ausgelacht haben und einfach nicht verstanden haben warum ich Bilder mache und irgendwas poste und überhaupt irgendwas „aus meinem Privatleben“ online schreibe.

Was sich einfach immer wieder auszahlen wird, ist die Investition in sich selbst. Ob es eine Weiterbildung ist oder etwas komplett Neues, das man lernt: Am Ende ist es genau das, was mich weiterbringt. Nicht die x-te Designertasche, nicht das neue Auto (ich habe noch nie ein Auto besessen). All diese Dinge kosten so unglaublich viel Geld, das dann einfach mal weg ist.

Ich sage nicht, dass ich mir niemals etwas kaufe. Aber bevor ich mir eine Tasche kaufe, hole ich mir einen Online-Kurs und lerne etwas Neues oder vertiefe mein Wissen. Das Wissen finanziert mir dann Hunderte dieser Taschen.

Deshalb kann ich nur jedem raten: Investiere zuerst in Dich.

Danach in irgendwelche Dinge, die andere Menschen reich machen, weil sie zuvor in sich investiert haben, sich das Wissen angeeignet haben wie sie Dir die Tasche verkaufen und es nun tun 😉 Sorry, die Wahrheit tut manchmal weh.

Mein Rat Nr. 2: Höre auf niemanden

Klingt ironisch, ist aber so. Höre auf niemanden (auch nicht auf mich).

Wenn Du 10 Leute nach ihrer Meinung fragst, wirst Du genau das bekommen: 10 einzelne Meinungen.

Zum Glück kann ich mich stets voll und ganz auf meine Intuition verlassen. Diese hat mir schon zig fach den Allerwertesten gerettet. Obwohl ich durch und durch ein Kopfmensch bin, höre ich doch sehr gut hin, wenn mein Bauchgefühl mir etwas mitteilen möchte. Denn das liegt wirklich niemals falsch.

Höre also am besten nur darauf.

Lese viel, höre vielen Menschen zu, aber bilde Dir dann selbst Deine eigene Meinung.

Viele Menschen meinen es wirklich gut, wenn sie Ratschläge erteilen. Manche haben gar keine Ahnung was sie da sagen. Und wieder andere leben gar nicht das Leben das sie vorgeben zu leben. Alles ist immer heiter Sonnenschein und die Wohnung sieht immer aus wie in einem Katalog.

Bei mir herrscht gefühlt immer Chaos – sowohl im Büro als auch im Kopf. Daher passen die Ratschläge derjenigen, bei denen alles „aufgeräumt“ ist, sowieso nicht zu mir.

Und zu viele Meinungen machen einen am Ende einfach nur kirre. Daher: Lass es einfach sein und trainiere lieber die Intuition.

Mein Rat Nr. 3: Setze Dir realistische Meilensteine

Ziele sind gut, noch besser sind aber Meilensteine.

Ich habe mir zu Beginn meiner Selbständigkeit 1 Jahr gegeben, kurz danach habe ich den Meilenstein auf 2 Jahre verschoben. Ich habe mir überlegt wieder ins Angestelltenverhältnis zu wechseln wenn es mit der Selbständigkeit nicht funktionieren würde.

Aber ich habe ziemlich bald gemerkt, dass es für mich (und ich spreche auf diesem Blog immer nur von meiner (!) persönlichen (!) Meinung) nichts besseres gibt als die Form von Arbeit und Lifestyle.

Mich stört es nicht keinen geregelten Tagesablauf zu haben. Ich kann auch mit den ständigen Aufs und Abs leben. Kurzum: Ich will es nie wieder anders haben.

Aber anfangs hat es mich beruhigt zu wissen, dass es da diesen einen Meilenstein gibt. Dass ich mir selbst Zeit gebe und es mir eingestehe wenn es nicht klappen sollte. Nicht als Niederlage, sondern als eine Art Projekt, das ein-zwei Jahre gedauert hat.

Man muss sich selbst auch Raum einräumen, sonst wird man irgendwann wahnsinnig und ist permanent gestresst. Dieser Meilenstein gab mir die nötige Ruhe nicht jeder Stellenanzeige nachjagen zu müssen.

Und dann war die Zeit um und die Entscheidung getroffen.

Man soll niemals nie sagen, aber ich kann es mir aktuell überhaupt nicht vorstellen Vollzeit angestellt zu sein.

Meilensteine sind vor allem auch dann wichtig, wenn man etwas plant. Im Social Media Bereich gibt es ständig etwas Neues zu lernen, neue Tools, neue Netzwerke – einfach alles verändert sich mit rasanter Geschwindigkeit. Auch hier helfen mir Meilensteine dabei zu verstehen was ich wann erreicht haben will.

Was möchte ich wann lernen? Welchen Kurs wann belegen? – Das und vieles mehr plane ich grundsätzlich im 3-Monats-Rhythmus.

Außerdem helfen Meilensteine das, was man tut, zu bewerten. Ich schaue mir nach 3 Monaten an was ich erreicht habe, was ich gelesen, gelernt, gemacht habe. Es ist eine Art Controlling, das mir immer wieder vor Augen führt, wo ich stehe und was ich noch erreichen möchte.

Die letzten 3 Jahre waren einfach nur crazy und definitiv die ereignisreichsten in meinem Leben. Schließlich macht man sich nur 1x zum ersten Mal selbständig und man wird nur 1x zum ersten Mal Mama.

Naja, und die erste Pandemie erlebt man auch nur zum ersten Mal.

Ach ja, Humor ist wenn man trotzdem lacht, oder?

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