Ein Jahr selbstständig – BUREAUReview

Param pam pam – ein Jahr ist rum! Waaaaaaansinn!

Vor genau einem Jahr habe ich mich selbstständig gemacht und es keinen Tag bereut.

War bisher alles heller Sonnenschein? Haha, mitnichten!

Mir fehlen nach wie vor ehrliche Berichte von StartUps und Selbstständigen, deshalb gibt es heute einen schonungslosen Blogbeitrag über das erste Jahr als Selbstständige.

Kunden finden

Zu Beginn dachte ich, dass es schwer sein würde Kunden zu finden. Aber so schwer ist das heutzutage nicht. Natürlich kommt es immer auf die Branche und die Konkurrenz an. Aber in meinem Fall (Events und Kommunikation) gibt es einen riesigen Markt.

Mein Tipp:

Es ist deutlich schwerer Kunden zu finden, wenn man keine Online-Präsenz hat. Ich bin mehr oder weniger regelmäßig auf verschiedenen Kanälen aktiv, besuche aber auch das ein oder andere Event. Es hilft also, wenn man schon VOR der Selbstständigkeit ein Netzwerk hat. Dabei will ich aber auch ausdrücklich betonen, dass ich diese „Visitenkarten-Tausch-Events“ meide. Meistens bin ich die mit leerem Handyakku und ohne Visitenkarten. Aber ICH bin da – und das muss reichen. Dass ich seit der Hochzeit einen Doppelnamen habe, den es kein zweites Mal gibt, hilft auch. Bisher hat mich IMMER jeder, der das wollte, gefunden. Auch ohne Visitenkarten 😉

Finanzen

Das Thema Finanzen verfolgt wohl jeden Selbstständigen. Vor meiner Selbstständigkeit hätte ich nie gedacht, dass es ein solches Auf und Ab ist. Damit meine ich gar nicht die unregelmäßigen Geldeingängen, sondern vielmehr die Zahlungsmoral der Kunden. Und der Instituationen. Gerade große Unternehmen haben eine Zahlungsmoral zum Davonlaufen… Das wusste ich noch aus der Zeit als ich selbst auf der anderen Seite war.

In etwa parallel zum Start meiner Selbstständigkeit habe ich mich (endlich) angefangen um die Finanzen zu kümmern. Vorher war ich gegenüber Aktien und ETFs gleichgültig eingestellt. Mittlerweile interessiere ich mich für das Thema und lese in jeder freien Minute alles darüber. Hier mein ausführlicherer Beitrag dazu.

Mein Tipp:

Immer alles schriftlich festhalten. AGBs erstellen (großes to do), alles schriftlich bestätigen lassen und generell handeln „wie die Großen“. Finanzielle Reserven sind natürlich auch nie verkehrt.

Bisher bin ich ohne zu mahnen ausgekommen, aber in Zukunft werde ich definitiv nicht mehr so lange warten wie zu Beginn der Selbstständigkeit #learning

Urlaub

Urlaub ist zu einem Fremdwort geworden. Nicht, weil ich mir keinen freien Tag mehr leisten konnte, sondern weil sich meine Zeit von einem Tag auf den anderen nicht in Arbeit und Urlaub aufteilte.

Ich weiß nicht, ob man das versteht.

Und nein, es geht nicht um das Thema Work-Life-Balance.

Und ja, ich mache Pausen und habe auch mal Feierabend.

Aber ich muss mich zwingen einen ganzen Film anzusehen. Von Netflix & Chill ganz zu schweigen. Meine Konzentration reicht gerade mal für eine halbe Stunde, also höchstens Mal eine Folge einer Serie – mehr nicht. Meinen Laptop habe ich bisher mit in den Urlaub genommen. Warum? Warum eigentlich nicht? Mag sein, dass ich es irgendwann verstehe. Im Moment fühle ich mich so pudelwohl und bin nicht auf der Suche nach einer Work-Life-Balance.

Im nächsten Punkt erkläre ich auch gerne wieso…

Gesundheit

Ich kann nicht sagen, dass ich seit Beginn meiner Selbstständigkeit niemals krank war. ABER tatsächlich war es anders und seit dieser Woche weiß ich auch warum: Ich höre viel mehr auf meinen Körper.

Unser Körper sendet uns Signale – und zwar deutliche. Leider haben viele aufgehört diese Signale wahrzunehmen.

Kopfschmerzen? – Wir nehmen sofort eine Tablette.

Allergie? – Auch dagegen gibt es Medizin.

Diese Woche hatte ich alle Anzeichen einer Erkältung: mir war kalt, ich habe am ganzen Körper gezittert, ich hatte Kopfweh, furchbare Halsschmerzen und Schnupfen. Das volle Programm eben. Yay!

Die Lösung war ein Fußbad und viel Schlaf. Ganz viel Schlaf. Ich habe fast 24 Stunden geschlafen – mehr nicht. Dazwischen war ich kurz wach und habe einen Tee getrunken.

Als ich aufwachte war ich toppfit – keine Kopfschmerzen, keine Halsschmerzen und selbst der Schnupfen war weg.

Vorher habe ich so einen Krankheitsverlauf nie sofort gekannt. Ich kann mich daran erinnern wie ich vor Jahren bei meinem Hausarzt saß und ihn anbettelte mir stärkere Anti-Allergika zu verschreiben, weil ich am nächsten Tag beruflich (Projekte, Termine, Messe) nach Istanbul musste… Er schrieb mir eine Buch auf und sorgte damit für einen großen Wandel in meinem Kopf…

Früher dauerte jede Erkältung locker fünf Tage bis zu einer Woche. Dazwischen ganz viel schlechtes Gewissen wegen laufender Projekte. Jedes Mal dasselbe. Heute achte ich ganz anders auf meinen Körper.

Mein Tipp:

Immer auf seinen Körper hören. Er sendet uns schon die richtigen Signale. Immer! Zwar haben wir oft verlernt genau hinzuhören, aber diese Fähigkeit kann man sich ganz leicht wieder antrainieren.

Zeitmanagement

Wenn man erstmal ganz viel Zeit hat und nirgends wirklich hin muss, verändert es das Leben. Niemand kontrolliert wann Du aufstehst. Wenn ich für meine Kunden Werbung schalte, kann ich das auch morgens um drei Uhr machen – niemand wird das je erfahren. Und es interessiert auch niemanden.

Sich einen geregelten Tagesablauf zuzulegen – das muss man erst noch lernen. Und das geht auch nicht von heute auf morgen, zumindest war es bei mir so. Ich habe Monate gebraucht, um da anzukommen, wo ich jetzt bin.

Mein Tipp:

Höre auf Deinen Körper. Niemand zwingt mich vor 7 Uhr aufzustehen, aber anscheinend bin ich da schon wach und topfit. Früher habe ich mich um 8 aus dem Bett gequält und oft verschlafen. Heute reichen mir 7 Stunden Schlaf. Das weiß ich aber erst, seit ich nirgends mehr hin „muss“. Jetzt werde ich gefragt wann ich Zeit für einen Termin, ein Telefonat habe. Ich entscheide und das ist schon ein cooles Gefühl, das ich nicht mehr missen möchte.

Richtung ändern

Was ich zu Beginn geplant habe und was ich heute mache ist nicht dasselbe. Ich würde behaupten, dass Planung und Wirklichkeit bei mir nur zu etwa 40% übereinstimmen. Der Rest sind ganz andere Aufgaben.

Was ich außerdem gemerkt habe: Wir haben viel mehr Möglichkeiten als wir uns vorstellen können. Vielleicht liegt es an der Zeit, in der wir gerade leben. Ich hab keine Ahnung. Jedenfalls habe ich festgestellt, dass die Möglichkeiten schier unendlich sind.

Und so habe ich aus Versehen, es war wirklich niemals so geplant, einen Instagram Kanal gestartet… Und jetzt gründe ich ein StartUp. Ja, auch so kann es laufen… Ich werde euch noch ganz viel darüber berichten – versprochen. Aktuell bin ich in einer sehr spannenden Phase, aber bald geht´s los mit regelmäßigen Updates.

Mein Tipp:

Niemals festlegen. Ja, ein Businessplan ist schön. Nur, um ein paar Monate später darin zu blättern und nachzusehen, was man damals „Lustiges“ geplant hat. Am Ende kommt Vieles anders – diese Erfahrung habe nicht nur ich gemacht. Und das ist auch gut so! Man darf niemals stehenbleiben oder ein halb-totes Pferd reiten. Es läuft nicht? Überlegen, was man anders machen kann.

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