Ein Monat Coworking – mein Fazit und überraschende Erkenntnisse

Coworking – ja oder nein? Da scheiden sich ja die Geister. Die einen wollen eher ein Büro zu Hause, die anderen schwören auf den Austausch mit anderen Coworkern.

Nach über einem Monat im BRUCKLYN HALL in Erlangen gibt es heute mein ehrliches Fazit. Eins vorab: Ich wurde weder gefragt den Beitrag zu schreiben noch habe ich irgendeinen Vorteil davon. Natürlich macht es keinen Sinn zu erzählen, dass ich im Coworking arbeite aber den Ort nicht zu nennen. Dadurch mag der Eindruck entstehen, dass es ein gesponserter Post ist. Aber dem ist nicht so.

So, jetzt wo wir das geklärt haben (im Übrigen kennzeichne ich Werbung IMMER und überall), zurück zum eigentlichen Thema.

Ich habe euch schon hier ein paar Bilder vom Brucklyn gezeigt. Dabei handelt es sich um viel mehr als „nur“ ein Coworking. Man kann ganze Büros oder auch Eventräume mieten. Aber eben auch als Coworker für einen Tag oder eine Woche vorbeikommen – ganz nach den eigenen Bedürfnissen.

Aktuell habe ich einen Schreibtisch in einem Büro zusammen mit einem anderen Coworker. Und da sind wir auch schon beim ersten Pluspunkt.

Der Austausch mit anderen Coworkern

Der Austausch mit anderen ist das, was vielen Selbstständigen fehlt. Zwar habe ich immer wieder mit anderen Freelancern in Cafés gearbeitet, aber das war längst nicht dasselbe. Und selbst das kam super selten vor. Die meiste Zeit saß ich früher in meinem Büro zu Hause oder auf der Couch.

Und solange man keinen Vergleich hat, weiß man natürlich auch nicht, was einem fehlt. Ich hatte nicht das Gefühl, dass mir etwas fehlte. Aber als ich den ersten Tag im Coworking gearbeitet habe, merkte ich schnell, dass mir doch etwas fehlte – der Austausch mit Gleichgesinnten.

Für mich einer der größten Pluspunkte am Coworking.

Gleichzeitig muss ich euch aber auch ganz ehrlich sagen, dass Coworking nicht gleich Coworking ist. Mit dem Brucklyn Hall hatte ich einfach Glück, denn dort arbeiten Menschen, die ähnlich ticken. Es gibt auch Coworking Places speziell für Freelancer aus bestimmten Bereichen, wie z. B. eher Kreative oder ITler. Für den ein oder anderen ist genau das interessant. Dann gibt es Bürogemeinschaften aus zwei Fotografinnen, die eine dritte Fotografin suchen. Ich glaube, dass es mittlerweile alle Arten von Coworking gibt. Ich kann also nur empfehlen sich die anderen Coworker anzusehen und alles erstmal auszutesten ohne sich gleich fest an lange Mietverträge zu binden.

Die Infrastruktur

Ob Whiteboard, Drucker oder stabiler W-LAN – all das kann ich bei meiner Arbeit abgesehen von Laptop und Handy gut gebrauchen. Im Coworking hat man den Vorteil sich nicht extra einen Drucker kaufen zu müssen. Ebenso kann man von anderen Dingen, die zur Verfügung gestellt werden, profitieren. Jedes Coworking ist auch hier anders und ich kenne auch einige Bürogemeinschaften. Ich würde auch darauf mal achten und mir überlegen was ich zum Arbeiten brauche und was nützlich sein könnte.

Kaffee & Getränke

Ich werde es nicht verschweigen: Ich liebe Kaffee! In meinem Coworking in Erlangen gibt es eine Kaffee und Wasser Flatrate. Das ist einfach super praktisch! Klar, kann ich mir auch zu Hause einen Kaffee machen. Aber wenn ich einen Vollautomaten da stehen habe, mit einem Knopfdruck eine Kaffeespezialität bekomme und mir ein Wasser hole, bin ich eigentlich für die nächsten 2 Stunden super versorgt und das finde ich einfach nur praktisch. Anschließend Tasse und Glas in die Spülmaschine stellen – fertig! Kein Abspülen, keine Panik, weil der Kaffee alle ist.

Man muss sich organisieren – und das ist gut!

Jeder Selbstständige kennt auch Tage, an denen man keine auswärtigen Termine hat und den ganzen Tag im Pyjama auf dem Sofa verbringt. Zwar habe ich mich meistens diszipliniert mich ordentlich anzuziehen und mich an den Schreibtisch zu setzen, aber seit ich im Coworking arbeite, ist es doch anders.

Ich mag die räumliche Trennung zwischen Privaträumen und Arbeit. Ja, ich muss auch ein paar km fahren. Aber von Haustür zur Haustür sind es gerade mal 20 Minuten und das ist um die Hälfte kürzer als mein letzter Arbeitsweg im Angestelltenverhältnis.

Seit ich in Erlangen arbeite, plane ich meine Termine besser und habe das Gefühl Verabredungen organisierter und verbindlicher anzugehen. Die Arbeit außerhalb der eigenen vier Wände gibt mir mehr Struktur.

Kaum Ablenkung

Man hat im Coworking immer nur soviel Ablenkung wie man es zulässt. Meine einzige „Ablenkung“ sind die Gespräche mit anderen Coworkern – sonst nichts. Kein Postbote, der mich bittet die Pakete für alle Nachbarn im Haus anzunehmen. Kein TV oder Netflix. Kein „Ich koche mir mal schnell was“ und kein Mittagessen über Stunden, weil man nebenher noch auf Instagram rumscrollt.

Man ist mitten in einer Arbeitsumgebung und diese reißt mich auf jeden Fall mehr mit als das „alleine arbeiten“. Irgendwie motiviert mich das, wenn auch andere neben mir arbeiten. Das war auch schon früher so, als ich noch zu Hause gearbeitet habe und Matteo neben seiner Arbeit studiert hat. Wir haben dann immer zusammen gearbeiten/gelernt und fanden das beide motivierend.

Ähnlich geht es mir jetzt im Coworking mit den anderen.

Verschiedene Events

Das Brucklyn Hall ist noch relativ neu, trotzdem finden dort schon jetzt spannende Events statt! So zum Beispiel das 12min.me Erlangen, für die ich beim letzten Event im Juli ein Instagram Take-over gemacht habe.

Ich freue mich auch auf viele weitere Veranstaltungen, bei denen ich Gleichgesinnte kennenlernen und mich mit anderen vernetzen kann.

Yoga-Raum

OK, einen Yoga-Raum hat nicht jedes Coworking Place. Im Brucklyn Hall gibt es aber einen. Wer mir auf Instagram folgt, weiß auch, dass ich dort regelmäßig zu Gast bin. Ich liebe es mich dort nachmittags für ein paar Minuten zurückzuziehen und in Ruhe zu telefonieren oder einfach nur zu entspannen.

Räume für Besprechungen und Brainstorming

Bis ich mich für das Coworking entschieden habe, fanden alle Kundentermine entweder beim Kunden oder im Café statt. Aber manchmal braucht man einfach einen Raum mit entsprechender Ausstattung (siehe den Punkt Infrastruktur) wie Whiteboards und Präsentationswände. Auch dafür sind die Besprechungsräume im Brucklyn (bzw. in jedem anderen Coworking Space) ideal!

Fazit

Nach einem Monat Coworking kann ich sagen, dass ich dieser Arbeitsform gegenüber große Vorbehalte hatte. Allerdings lag es daran, dass ich bisher einfach kein für mich passendes Coworking gefunden habe. Entweder waren die Räume nicht passend oder aber ich stellte schnell fest, dass es einfach „nicht meine Welt“ war. Sobald ich den Instagram Account eines Coworking Spaces angesehen habe und Bilder von gemeinsamen Runden beim Feierabend Bier entdeckt habe, wollte ich dort gleich gar nicht mehr hin. Und das liegt nicht daran, dass ich kein Bier trinke. (Außer mal ein Radler auf der Wiesn).

Sich ab und an mal zu treffen, weil man es mag, finde ich super! Aber diese Abende mit Feierabendbier – das ist einfach nicht meins. Nichts gegen Menschen, die genau das super finden. Ich bin mir sicher, dass es für jeden das passende Coworking gibt. Man muss nur einbißchen suchen und sich dann für den richtigen Arbeitsort entscheiden. Eigentlich auch nicht viel anders als bei einem Arbeitgeber oder einer Wohnung. Es ist nicht nur das schöne Büro oder der höhenverstellbare Schreibtisch. Selbst wenn man „nur“ einen Schreibtisch (und kein ganzes Büro) bucht, bucht man immer auch das Gesamtpaket samt anderen Coworkern, der Ausstattung und dem Drumherum mit.

Mein Coworking Space, das Brucklyn Hall Erlangen, findet ihr auf LinkedIn (Klick!)

und Instagram (Klick!)

Ihr habt Fragen zum Coworking Space in Erlangen oder wollt mich im Brucklyn Hall besuchen? Dann schreibt mir gerne eine Nachricht. Ich freue mich!

Anna Benz-Reichenauer BUREAUStyle.com Blog

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