Eine Idee entsteht • mein StartUp Tagebuch

Vor ein paar Wochen hatte ich den Durchbruch. Auf einmal hat alles Sinn ergeben und ich konnte endlich durchatmen. Was das mit dem Spruch „Fake it till you make it“ zu tun hat und warum ich diese Strategie nur zum Teil empfehle (und zum Teil eben völlig bescheuert findet), lest ihr hier.

Alles begann mit einem Instagram-Account. Dabei tauchte ich endgültig in eine Welt ein, die mich nicht mehr losließ. Ich habe es versucht. Wirklich!

Ich habe mir monatelang eingeredet, dass alles Quatsch ist und es sich nur um ein Hirngespinst handelt. Aber ich konnte nie aufhören daran zu denken oder auf dem Account zu posten. Es ging einfach nicht.

Heute weiß ich, dass es ich mich nicht hätte so unter Druck setzen sollen. Ich wollte eine Entscheidung, ein Ja oder Nein, und die wollte ich einfach viel zu schnell erzwingen. Als die Idee für das StartUp dann stand bzw. mir aus dem nichts einfiel, war es ein extrem befreiendes Gefühl.

Nur wollte ich auch da wieder alles schnell und richtig machen. Ein Mitgründer musste her. Gar nicht mal so einfach, wenn die Idee, das Konzept und viele weitere Details schon stehen. Im Grunde konnte hier jeder nur verlieren. Den passenden Gründer hätte ich gar nicht geben können.

Bis auch dieses „Problem“ gelöst wurde. Das Gute liegt einfach oft so nah. Mein Mitgründer kommt aus meinem direkten Umfeld. Jemand, den ich täglich sehe und dem ich vertraue. Manchmal muss man einfach nur genauer hinsehen und braucht nicht weit weg zu fahren. Die besten Hinweise sind viel näher als man denkt.

Diese Erfahrung mache ich in meinem Leben immer und immer und immer wieder. Ich suche etwas, das in Wirklichkeit schon da ist. Ich will etwas erfahren, das ich in Wirklichkeit schon kenne. Keine Ahnung wie oft ich diese Erfahrung noch machen werde.

Auch bei anderen beobachte ich dasselbe Verhalten. Auf der Suche nach „der einen Idee“, „dem einen Partner“ oder ganz banalen Dingen im Alltag wie „dieser einen Bluse“.

Irre wie schwer wir uns selbst das Leben oft machen!

Und warum das Ganze? Weil wir immer alles perfekt machen wollen. Den perfekten Partner, den perfekten Job, alles super-hübsch und schön verpackt.

Früher dachte ich auch, dass DIE IDEE aus heiterem Himmel kommt. Heute weiß ich es besser. Die Idee ist Können, Wissen, Zufall, Glück, Kompetenz – es ist alles in einem. Ein großes Potpourri aus vielen kleinen Teilen.

  • Meine Idee fing mit einem Instagram-Kanal an.
  • Dann kam ich auf die Schnapsidee in meiner Instagram Bio von einem Angebot zu erzählen, das es zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht gab. Es war eine Ankündigung, die mir viele interessierte Nachfragen beschert hat.
  • Im nächsten Schritt habe ich das besagte Angebot, einen Online-Kurs, im Mini-Format erstellt und verlost.
  • Das Feedback half mir bei der Erstellung des eigentlichen Produkts.
  • Bis ich eben eines Tages die Idee hatte alles in irgendeiner Form zu vereinen. Eine Plattform eben.

Die zündende Idee waren viele kleine Schritte. Was die Menschen später sehen werden ist die eine Idee, die mir „über Nacht“ eingefallen ist. Dass es nicht so ist, weiß jeder Gründer nur zu gut. Aber niemanden interessieren Deine schlaflose Nächte, Existenzängste und Selbstzweifel.

Dabei bin ich mir meinem Studium der Wirtschaftspsychologie nicht ganz fachfremd. Ich kann vieles einordnen, analysieren und bewerten. Aber auch ich bin selbstverständlich nicht von all den negativen Gefühlen gefeilt.

Warum schreibe ich das alles überhaupt?

Ich wünsche mir, dass mehr Gründer von ihrem Alltag, der Entstehungsgeschichte ihrer Produkte und all ihren Ups und Downs berichten. Wie sind sie an die Finanzierung gekommen? Was hat die Familie gesagt und wie hat sich das Privatleben verändert?

Niemand will darüber sprechen.

Ich will aber auch nicht nur über das Scheitern reden und schon gar nicht denjenigen zuhören. Nach dem Abi begann ich ein Studium des Internationalen Managements, das ich nach zwei Semestern abgebrochen habe. In einer Vorlesung war ein ehemaliger Firmenchef, der von seinem Scheitern gesprochen hat. Keine Ahnung warum, aber mich hat dieses Erlebnis stark geprägt. Mir kam er verbittert vor.

Meine Erfahrung mit dem Gründen ist eine andere. Es gibt hier kein schwarz oder weiß. Jeder Tag ist ein ständiges Auf und Ab. Wirklich jeder Tag. Außer man bleibt im Bett und öffnet seine E-Mails nicht.

Ansonsten passieren täglich so viele Dinge wie in meinem Angestelltenverhältnis in einem halben Jahr. Und ich habe andauernd das Gefühl in einem Karussell zu sitzen, das auf- und absteigt. Nur hält es eben niemals an.

Schade, dass niemand darüber spricht. Wie geht es nach der Ideenfindung weiter? Selbst wenn einen die Muse geküsst hat, heißt es noch lange nicht, dass ab da alles klappt. Im Grunde heißt es nur, dass es jetzt erst losgeht.

Darüber würde ich gerne mehr lesen, hören und wissen. Mehr Agenturalltag und weniger Feierabendbier, mehr geplatzte Projekte und weniger Blingbling im neuen Porsche. Ich will beide Seiten sehen: den Start, die Zweifel aber auch den Porsche, solange er nicht nur für das Instagram-Bild ausgeliehen wurde.

Vielleicht kennt ihr Blogs oder andere Quellen von Gründern, die über ihren Gründeralltag berichten? Lasst mir gerne einen Link in den Kommentaren da. Ich freue mich und sage schon mal DANKE dafür.

  1. Pingback: Von roten Teppichen, Influencer Urteilen und einem Job in der Rahmfahrt • BUREAUReview | BUREAUStyle Blog Nürnberg

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.