Es könnte so einfach sein

Gestern abend war meine Webseite benz-reichenauer.de weg.

Ich habe keine Ahnung was ich gemacht oder nicht gemacht habe. Es war Samstag abend und ich konnte den Support erst am nächsten Morgen um 10:00 Uhr erreichen. Und so blieb mir nach stundenlangem Rumprobieren nichts anderes als auch den nächsten Morgen und die Hilfe des Supports zu warten. Aber immerhin war jemand an einem Sonntag zu erreichen.

Jemand, der sehr gut gelaunt war, eine Wahnsinnsgeduld hatte und sich mit mir über eine halbe Stunde durchgeklickt hat. Am Ende war ich so happy, dass ich vergessen habe nach dem Namen zu fragen. Aber ich werde mir jetzt wirklich mal was überlegen, wie ich den Mitarbeiter bei All-Inkl (der beste Provider der Welt!) ausfindig machen kann. Anhand der Anrufzeit sollte das nicht so schwer sein. Außerdem hing der Arme eine Zeit lang an der Strippe.

Der ein oder andere denkt sich jetzt: Na klar, ist doch schließlich sein Job! 

Ja, aber wenn alle ihren Job so gut machen würden, gäbe es keine Beschwerden und viel weniger Gerichtsverfahren. Es gäbe weniger genervte Menschen und viel mehr gute Geschäftsbeziehungen.

Der Ton macht die Musik

 

Und mittlerweile mache ich diese Erfahrung fast täglich.

Im Geschäftsleben kannst Du, wie im richtigen Leben auch, ergebnisoffen fragen oder etwas unterstellen. Z. B. statt zu fragen „wann endlich dies und jenes erledigt wird“ einfach mal offen zu fragen, ob es denn schon erledigt wurde. Ein kleiner aber feiner Unterschied.

Ehrlich gesagt glaube ich auch nicht, dass man das noch lernen kann. Die meisten Menschen sind einfach nicht bereit sich umzustellen und sehen die „Schuld“ (was zugegeben ein sehr hartes Wort ist) niemals bei sich. Warum auch? Es ist doch so viel bequemer es einfach anderen in die Schuhe zu schieben bzw. den Ball zurückzuspielen und einfach mal abzuwarten.

Sicherlich kennst Du auch solche Kollegen, die bei jeder Aufgabe fragen, ob sie das tun müssen und ob das wirklich in ihren Aufgabenbereich fällt? Früher habe ich mich mit solchen Menschen ganz schwer getan. Kaum kommt eine neue Arbeitsanweisung wird schon zum Telefon gegriffen und erstmal abgeblockt. Wer dabei gewinnt? Niemand. Weder das Unternehmen noch man selbst.

Umso happier bin ich gerade über die Hilfe des Mitarbeiters am anderen Ende der Leitung. Schade, dass guter Service so selten ist, dass er so gut in Erinnerung bleibt. Mein alter Dienstleister, der meinen Blog gehostet hat, hat sich da leider ganz anders verhalten, weshalb der Blog-Relaunch anders ausfiel als gedacht.

Meine Daten waren tatsächlich weg. Komplett. 

Back-Up – ja, habe ich, aber dieser ist nicht aktuell. Denn der Hoster hatte den automatischen Back-Up im Angebot. Dumm nur, dass dieser ebenfalls offline geschaltet wurde als der Job verschwand. Nach mehrmaligen Telefonaten war dann einfach klar: Es ist nichts zu machen.

Natürlich bleibt mir noch der Rechtsweg… Aber das ist eine ganz andere Geschichte und ich frage mich, ob es mir wert ist… Bisher kenne ich niemanden, der in einer ähnlichen Sache gegen den Hoster vorgegangen ist. Ich müsste mich in den Fall einarbeiten, mir einen Anwalt nehmen und überhaupt sehr viel Zeit, Geld und vor allem Energie darauf verschwenden.

Aber was viel schlimmer ist, ist der Umgang des Hosters und die gesamte Kommunikation. Nachdem sie mehrmals „geprüft“ haben, ob das was zu machen wäre, hieß es einfach „Leider nein“. Keine Entschuldigung, kein wirkliches Bedauern (keine Ahnung was ich erwartet hätte, aber vielleicht etwas mehr Aufrichtigkeit?) – nichts.

Deshalb sind solche Geschichten wie die heute morgen für mich längst nicht mehr selbstverständlich. Menschen, die sich wirklich kümmern und nach gescheiterten Versuchen sagen „Bleiben Sie mal bitte kurz in der Leitung, ich probiere da mal noch was aus – vielleicht kommen wir so weiter.“ Lösungsorientiertes Handeln statt 08/15, ehrliches Interesse dem Gegenüber zu helfen und dabei relaxt und freundlich bleiben – es könnte so einfach sein.

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