Hallo 2021!

Und zwar ein ganz herzliches Hallo!

Ich denke ich brauche hier nicht zu erklären wie anstrengend 2020 war. Alles in allem ein Jahr, das niemand so vorhergesehen hat. Im Grunde war einfach alles anders und wir mussten lernen unser Leben neu zu organisieren.

Das Jahr 2020 kann ich nicht als ein Abfolge von Auf und Ab beschreiben, sondern eher als ein monatelanges Luftanhalten. So hat sich das für mich angefühlt.

Als hätte uns jemand befohlen die Luft anzuhalten, ohne zu sagen für wie lange.

Los ging es schon im Januar. Den ganzen Monat lang habe ich mich gefragt was mit mir nicht stimmt und warum ich keinen klaren Gedanken fassen kann. Ich habe kaum ein Ziel oder eine Idee zu Papier gebracht. Stattdessen arbeitete ich bis zu den Wehen Anfang April an einem Projekt, das schon längst hätte fertig werden sollen. Und gefühlt wurde es einfach nie fertig. Danach der Lockdown… Es ist ein Kundenprojekt, das im Grunde komplett auf den Annahmen basiert, dass es in 2020 genauso weitergegangen wäre wie im Jahr zuvor.

Aber, wie gesagt, es konnte ja niemand ahnen.

Noch immer kann ich es nicht fassen wie gut ich mich während der Schwangerschaft gefühlt habe. Ich habe wirklich bis zu den Wehen gearbeitet. Wobei es sich in 2020 zum ersten Mal nicht nach Arbeit angefühlt hat. Irgendwas hat sich im vergangenen Jahr verändert und auf einmal hatte ich nur positive, gut gelaunte Kunden, die sich ausschweifend bedankten. Ein Highlight war eine E-Mail in der mir ein Kunde schrieb wie zufrieden er mit meiner Arbeit ist und dass er mir gerne einen Betrag on top überweisen möchte. Ich meine – WOW! Einfach nur WOW! Ist nicht genau DAS das Ziel aller Selbstständigen? Also meins definitiv und ich habe mich wirklich sehr über die Nachricht (und natürlich die anschließende Zahlung) gefreut.

Kurz vor dem „wirklichen“ Ausbruch des Virus war ich noch auf einem Event. Ich war bereits hochschwanger, es war genau vier Wochen vor dem Entbindungstermin und ich hatte mich auf einen schönen Abend gefreut. Nicht wissend, dass in wenigen Tagen wirklich alle Welt zu Hause sitzen würde, dachte ich noch, dass es MEIN letztes Event für längere Zeit sein würde, denn schließlich war ein Baby unterwegs. Das Event war ein absoluter Reinfall und ich habe dieses nach nicht mal einer Stunde verlassen. Ich fand es einfach befremdlich wie Menschen auf meinen Wunsch mich nicht zu umarmen reagierten. Da wurde sich wirklich über das Virus lustig gemacht und ich habe mich gefragt, ob ich die einzige mit einem TV und einem Internet-Anschluss im Raum war… Heute kennen wir alle die Begriffe „Querdenker“, „Impfgegner“ und „Maskenverweigerer“. Damals, am letzten Tag im Februar, war alles relativ neu. Aber dennoch nicht so neu, dass man es komplett ignorieren würde.

Diese Menschen, die sich an dem Tag lustig machten, hätte ich am liebsten für 24 Stunden in diese Maske gesteckt. Unmenschlich? Willkommen zur Entbindung in Corona-Zeiten! Nein, es war nicht so schlimm wie es klingt. Denn immer dann, wenn man keine andere Wahl hat, kann man sich nicht wirklich Gedanken machen was gewesen wäre wenn. Manchmal muss man auch den Tatsachen ins Auge sehen und die Maske eben auflassen, weil Ärzte und Hebammen das so fordern. Punkt.

Was ich in 2020 am meisten vermisst habe (und da geht es mir wohl wie vielen anderen) waren die Begegnungen mit meiner Familie und Freunden. Geburtstage haben wir bis dato zusammen gefeiert. Und gefühlt hatte ständig jemand Geburtstag, sodass man ständig etwas zu feiern hatte. Heute schäme ich mich fast dafür, aber vor der Pandemie waren solche Treffen selbstverständlich geworden. Ich habe seit März oft daran gedacht wie gerne ich jetzt manch belangloses Gespräch bei einem dieser Zusammenkünfte führen würde.

Vielleicht neige ich wirklich dazu am Ende alles krampfhaft positiv zu sehen. Auch dieses Mal ist es so: Trotz allem was im vergangenen Jahr passiert ist, war 2020 im Grunde erträglich. (Selbstverständlich für all diejenigen, die nicht einen geliebten Menschen verloren haben).

Für mich war es das Jahr, in dem ich Mama geworden bin. Und noch heute fühlt es sich total komisch an diese Zeilen zu tippen. Und ich werde hier nicht erklären WIE schnell die Zeit vergeht (ich glaube das sagen wirklich alle Eltern und ja, sie vergeht extrem schnell). Aber ich ertappe mich mehrmals am Tag bei dem Gedanken, ob das alles wahr sein kann und ob es wirklich meine Tochter ist. Es ist einfach ein nicht zu beschreibendes Gefühl. Anders kann ich es wirklich nicht ausdrucken.

Positiv war letzten Endes auch, dass Matteo so viel Zeit zu Hause im Home Office verbringen konnte. Natürlich bedeutet Home Office nicht Freizeit und wir haben erst dieses Jahr gemerkt wie klein unsere Wohnung ist (dazu gleich mehr), denn jedes Mal, wenn er an einer Telefonkonferenz teilgenommen hat, war es in der ganzen Wohnung verdammt laut. Natürlich ist das auch der teils schlechten Internet-Verbindung geschuldet, wobei wir zu Hause die bestmögliche Leitung haben, die man haben kann.

Durch die Pandemie war ich nur wenige Male in unserer Wohnung in Baden-Württemberg gewesen. Dafür dann aber gleich eine Woche am Stück, für ein Wochenende zu Hause und dann wieder in BaWü. Ich fand es jedes Mal sehr schön dort, zumal die Wohnung mitten in einem Urlaubsort lag und wir dort viel Ruhe hatten.

Im letzten Jahr haben wir auch gemerkt wie klein unsere Wohnung ist und ich habe mich auf die Suche nach einem eigenen Büro gemacht. Kein Co-Working, kein Schreibtisch in irgendeiner Büro-Gemeinschaft, sondern wirklich ein eigenes Büro. Monate später, kurz vor Jahresende, nachdem ich die Suche aufgegeben habe und wir uns ernsthaft die Frage gestellt haben was uns hier in dieser Wohnung noch hält, entdeckte Matteo an einem Sonntag auf dem Weg zum Bäcker DEN perfekten Raum. Ich habe am nächsten Tag angerufen, konnte mir diesen 5 Minuten später ansehen (das Büro liegt 2 Gehminuten von unserer Wohnung entfernt) und habe sofort zugesagt. Schon am nächsten Tag konnten wie die Schlüssel holen und einen Tag später bin ich eingezogen.

Irgendwie hat mir 2020 gezeigt, dass wirklich nichts Unmöglich ist – sowohl negativ als auch positiv. Es sind Dinge passiert, die ich nie für möglich gehalten hätte. Und dann haben Dinge nicht funktioniert, die zu 100% safe waren. Wahnsinn, einfach nur Wahnsinn, dieses Jahr 2020.

Und nun sind wir schon in 2021 angekommen. Dieses Mal habe ich mich besser vorbereitet und meine Ziele und Vorstellungen teilweise schon im November formuliert und niedergeschrieben (finde ich wichtig!). Gleichzeitig habe ich beschlossen in kleineren Zeitabschnitten zu denken und auch ein gewisses Ziele-Controlling zu betreiben. Wie ich meine Ziele formuliert habe und wie ich gelernt habe meine Vorhaben in die Tat umzusetzen (das hat 2020 tatsächlich gut funktioniert), darüber schreibe ich einen separaten Blogbeitrag, den ich hier anschließend verlinke.

Alles in allem freue ich mich in 2021 auf ganz andere Dinge als sonst, schmiede weniger Pläne und sehe insgesamt irgendwie klarer. Vielleicht bringt es das Mama-Sein mit sich – ich weiß es nicht. Aber tatsächlich spüre ich seit Mia´s Geburt, dass mein Bullshit-Radar wieder gut funktioniert und ich Wichtiges von Unwichtigem viel eher trennen kann als früher. Und darüber bin ich ganz und gar nicht unglücklich, ganz im Gegenteil.

Meine Wünsche für dieses Jahr sind relativ bescheiden, aber so wichtig und mit keinem Geld der Welt zu beziffern: Ich wünsche mir, meiner Familie und am liebsten allen Menschen Gesundheit. Und nein, jetzt kommt kein „Glück, Zufriedenheit“ etc. on top. Einfach nur Gesundheit. Körperliche aber auch seelische Gesundheit. Alles andere ergibt sich dann wie von allein – davon bin ich fest überzeugt.

In diesem Sinne, auf ein gesundes neues Jahr 2021!

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