Mein erstes Schäufele – acht Jahre in Nürnberg

Heute war der Tag der Tage: Ich habe mein erstes Schäufele bestellt!

Jetzt denkt ihr euch vielleicht, gähn, und was ist das Besondere daran?

Das „Besondere“ daran: Wir leben jetzt seit ziemlich genau acht Jahren in der Frankenmetropole und es ist mein erstes Schäufele. Lange Zeit habe ich mich gefragt was die Franken daran finden?

Wenn man eben „nicht von hier“ ist, dann wundert man sich über viele Dinge. Das Essen ist nur ein Teil davon. Weder Matteo noch mir war das Schäufele bisher geläufig. Und da es so riesig war, musste er mindestens die Hälfte aufessen (und das obwohl er selbst ein riesiges Schnitzel hatte).

Das Essen ist Teil einer Kultur. Aber eben ein sehr wichtiger Teil! Kann sich jemand vorstellen nach Spanien zu fahren und keinen Wein zu trinken? Eben, das stellt man sich nur sehr schwer vor.

Russland ohne Pelmeni? Unvorstellbar!

USA ohne Hamburger? Wozu überhaupt?

So ähnlich verhält es sich mit Franken und dem Schäufele. Übrigens habe ich heute recherchiert und dabei erfahren, dass das Schäufele in jedem Teil Frankens unterschiedlich gekocht und serviert wird. Habt ihr das gewusst? In Unterfranken wird es angeblich mit Wirsing serviert. In der Weinregion wird es mit Weißwein gekocht. Logisch, oder? Und dennoch ist und bleibt es DAS fränkische Gericht (für uns als Zugezogene).

Für „das erste Mal Schäufele“ haben wir uns fürs Hexenhäusle (keine Werbung, alles selbst bezahlt) entschieden. Wir waren am Freitag abend spontan dort und am Nebentisch wurde – mal wieder – Schäufele bestellt. Daraufhin hatte ich die Schnapsidee endlich eins zu probieren. Acht Jahre lang ein „no go“ (fragt nicht warum, es war einfach so) und nun sollte es soweit sein. Eigentlich wollten wir schon heute Mittag hin, aber dann waren wir morgens beim Sport und haben anschließend ein Frühstück/Picknick gemacht, das etwas länger gedauert hat. Entsprechend blieb für das Experiment „das erste Mal Schäufele“ nur der Abend.

Wie hat es geschmeckt?

Mein einziger Gedanke war: OK, da habe ich in den letzten acht Jahren echt was verpasst. Es hat richtig, richtig gut geschmeckt und zwar alles – das Fleisch, die Kruste, der Knödel und auch das Kraut. Alles topp!

Das nächste Mal esse ich aber wirklich den ganzen Tag nichts, denn das Schäufele ist wirklich sehr, sehr mächtig. Ob es schon mal jemand geschafft hat? Also jemand, der unter 70kg wiegt und eine Frau ist? Die Portion ist definitiv eine „Männerportion“ – so viel ist sicher. Wie man sie schaffen soll ist mir schleierhaft. Aber hey, man muss ja nicht. Man kann das Ganze auch sehr gut teilen (nächstes Mal dann).

mein erstes Schäufele
  1. Hmm….Schäufele ist einfach lecker!
    Du solltest natürlich unbedingt Bratwürste essen bzw probieren. Die großen fränkischen Würste, gut gewürzt, und die kleinen Nürnberger…. „3 im Weckla“ ist und bleibt der Klassiker. So etzala hätt ich an Hunger.

    • BUREAUStyle

      Bei den Bratwürsten kenne ich mich noch Null aus. Ich kenn 3 im Weckla, aber welche jetzt die fränkischen sind – kein Plan. Bestimmt gibt´s noch mehr fränkische Spezialitäten. Wir als Exil-Oberpfälzer müssen uns mal langsam auf die fränkische Küche einlassen. 🙂

  2. Jetzt sag bloß du hast auch noch nie 3 im Weckla probiert? Das ist das absolute Standard-Fastfood in Nürnberg! Obwohl ich Bratwurst eigentlich gar nicht mag, sind die Nürnberger Würstchen tatsächlich sogar ganz lecker 😉

    • BUREAUStyle

      Doch, doch! 3 im Weckla – aber klar. Ich bin mir aber sicher, dass es noch die eine oder andere Spezialität gibt, die ich noch nicht probiert habe. Wobei Schäufele schon so ein Ding war, gegen das wir uns lange gewehrt haben. Frag aber nicht wieso, am Ende war´s einfach nur der running gag 😉

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