Mein StartUp BUREAUlingo

Endlich komme ich dazu es öffentlich zu machen und euch von meinem StartUp BUREAUlingo zu erzählen. Ich habe lange im Hintergrund daran gearbeitet und ab und an immer wieder Stories gepostet, die wahrscheinlich kein Mensch einordnen konnte. Daher gibt´s hier die ganze Story zu BUREAUlingo, alle Fakten & Pläne.

Wie alles begann…

Alles begann mit einem Instagram Account, den ich aus Spaß aufgesetzt habe. Der Account ist bilderbuchmäßig gewachsen und ich habe immer mehr Spaß daran gefunden. Die Rede ist von meinem russisch-sprachigen Account, den ich für Russisch-Muttersprachler erstellt habe, die Deutsch lernen wollen. Lange Zeit war es mehr ein Spaß. Mit der Zeit bin ich immer mehr in diese für mich neue Welt eingetaucht und habe andere tolle Accounts entdeckt, die meinem ähnlich waren. Ich habe gemerkt, dass es Bedarf gab und Tausende Menschen täglich auf Instagram nach Informationen über Deutschland suchten und vor allem auch Deutsch lernen wollten.

Ich überspringe mal ein paar Monate, damit es nicht zu langweilig wird.

Zwischendurch wurde ich eingeladen über den Aufbau eines Instagram Accounts zu sprechen. Das Thema lautete „Von 0 auf 1.000 Follower in 3 Monaten“.

Langsam gewann die Geschichte an Fahrt

Die ersten Follower meldeten sich und fragten nach meinen Produkten. What? Produkte? Ich machte einen Test und schrieb in der Bio, dass ich einen Online-Kurs anbieten würde. Mein Postfach explodierte! Aber war es wirklich so einfach?

Ich habe kurzerhand einen Mini-Kurs (der rückblickend betrachtet gar nicht mal so Mini war, aber dazu gleich mehr) erstellt und diesen verlost. Bei den Teilnehmern habe ich mir erstes Feedback eingeholt und war verwundert wie natürlich alles passierte und wie wenig ich es forciert habe (also streng genommen gar nicht).

In der Zwischenzeit

Zwischendurch überlegte ich das Ganze wieder einzustampfen, denn neben meinen Kundenprojekten hatte ich kaum Zeit mich wirklich zu kümmern. Ursprünglich hieß der Account @deutsch_fuer_anfaenger – viel zu lang, zu viele aufgelöste Umlaute. Aber es ging eben darum und irgendeinen Namen musste ich dem Kind ja geben.

Als ich den Entschluss fasste den Account weiter zu betreiben, machte ich mir Gedanken zur Ausrichtung und kam auf das Thema Arbeit in Deutschland. Und dann ergab irgendwie das Eine das Andere… Ein Name musste her, ein Logo, das CI… Ich engagierte eine Designerin, die ich zufällig bei meinem Vortrag im Rahmen des DIGITAL FESTIVAL 2019 traf. Alles wurde konkreter und stimmiger.

Ich nahm an einem StartUp Wettbewerb teil und sammelte wertvolles Feedback ein. Ich habe vor zwei unglaublich gelangweilten Menschen einen Pitch gehalten und auch hieraus viel mitgenommen. Ich kann mich noch erinnern wie mein Mann extra einen halben Tag Urlaub genommen hat, wir uns eine halbe Stunde VOR dem Termin vor unsere Laptop Kamera platziert haben und am Ende in zwei unglaublich desinteressierte Augenpaare blickten. Aber, wie gesagt, auch das war eine wirklich wichtige Erfahrung, die ich nicht hätte missen wollen.

Es ist viel passiert seit ich „aus Spaß“ etwas aufgesetzt habe, das zu meinem Job geworden ist.

Ja, richtig gelesen: BUREAUlingo wurde zu meinem eigentlichen Projekt und weitere Mitgründer sind nicht ausgeschlossen (bzw. werde ich euch demnächst vorstellen).

Ich kann es teilweise selbst kaum glauben wie alles gekommen ist. Aber es ist schon aus eine verrückte Zeit in der wir leben. Dank Internet und Social Media ist, zumindest in vielen Bereichen, so ziemlich alles möglich.

„Wenn ich nur eine Idee hätte!“

Wie oft habe ich diesen Satz schon gehört…

„Ich brauche nur DIESE EINE Idee, dann mache ich mich auch selbstständig und mach mein eigenes Ding“.

Aber „diese Idee“ kommt einem halt auch nicht am Schreibtisch oder unter der Dusche. Klar gibt es geniale Erfindungen und tolle Unternehmen, die „eine Idee“ hatten und diese umgesetzt haben. Aber in den seltensten Fällen sind es Eingebungen, die man danach umsetzt und mit denen man anschließend grandiosen Erfolg hat, oder?

Bei mir Begann alles mit einem Spaß. Dann habe ich das Feedback meiner Follower umgesetzt, Dinge optimiert, sozusagen den KVP eingeführt (KVP steht für kontinuierlichen Verbesserungsprozess – ein Jahr im Qualitätsmanagement eines großen Technologieunternehmens hat sich bezahlt gemacht ;)) und einfach immer weiter daran gearbeitet.

BUREAUlingo – learn to succeed

Ich werde nicht verschweigen, dass es bisher wahnsinnig viel Spaß gemacht hat daran zu arbeiten und das Thema zu entwickeln. Neben dem Namen habe ich mir auch einen Slogan überlegt: Learn to succeed. Und gerade darum geht es bei BUREAUlingo.

Was wir tun

Mein StartUp basiert auf drei Säulen: Sprachkurse, Bewerbungstrainings & Jobvermittlung.

Das klingt im ersten Moment nach drei völlig unterschiedlichen Bereichen, aber wenn man genau hinsieht, dann macht alles einen Sinn. Meine Zielgruppe sind Menschen aus dem Ausland, die in Deutschland arbeiten wollen. Einige leben bereits hier, andere wollen als Facharbeiter oder Akademiker nach Deutschland kommen. (Ich vermittle keine unqualifizierten Fachkräfte wie Paketfahrer oder Produktionsmitarbeiter.) Mein Ziel ist es möglichst vielen Menschen zu helfen einen guten Job zu finden. Dafür benötigen sie gute Sprachkenntnisse und Unterstützung bei ihrer Bewerbung. Deshalb ist es nur logisch, dass wir diese drei Bereiche abdecken.

Auf die Plätze, fertig, los!

Bisher war BUREAUlingo eher ein side project, ein Feierabendstartup. Kundenprojekte und Termine gingen immer vor. Irgendwann Ende des Jahres, nach unzähligen schlaflosen Nächten, habe ich beschlossen erstmal keine Kundenprojekte mehr anzunehmen. Ich habe einen einzigen Kunden „behalten“. Dieser bietet ebenfalls Online-Kurse an und ich bin von seinem Thema überzeugt. Grundsätzlich muss man natürlich nicht alle Produkte von Kunden, für die man arbeitet, gut finden. Aber bei mir war das bisher so, dass ich mir dachte „wow, das ist cool! Lass mich dir dabei helfen.“ Und so war es eben bei meinem letzten „verbliebenen“ Kunden, für den ich bis zum Entbindungstermin gearbeitet habe.

Damals hatte ich natürlich keine Ahnung ob ich als Mama einer kleinen Tochter überhaupt Zeit haben würde an meinem Projekt zu arbeiten. Ich hörte immer Horrorgeschichten von fehlendem Schlaf und wollte einfach keine Pläne schmieden bzw. die Pläne erstmal auf Eis legen und abwarten.

Die ersten sieben Wochen hätte ich auch nichts geschafft – da bin ich absolut ehrlich. Denn in dieser Zeit schlief ich einfach gar nicht. Die Kleine schlief nur auf mir und tagsüber war ich ein Zombie, der Angst vor der kommenden Nacht hatte.

Aber dann wurde alles schlagartig anders und seit ein paar Wochen bin ich wieder zurück am Laptop. Ich habe den Blog wieder zum Leben erweckt (und mit Erstaunen festgestellt, dass Blogs weiterhin gelesen werden. Danke dafür!) und eben weiter an BUREAUlingo gearbeitet.

Pläne

In Zukunft wird sich also alles nur noch um „mein“ Baby drehen. Gerade in den kommenden Monaten möchte ich mich ausschließlich darum kümmern (abgesehen von meinem richtigen Baby, natürlich). Apropos Baby. Das braucht mich gerade, weshalb ich mich gleich wieder auf den Weg mache.

Ich werde euch natürlich hier auf dem Laufenden zu BUREAUlingo halten. In der Zwischenzeit freue ich mich, wenn ihr mir auf Instagram folgt @bureaulingo.de

Fotos: Lili Photography

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