So bereite ich mich auf Präsentationen vor – Tipps und Learnings

Meinen ersten „Auftritt“ hatte ich während meiner Kindergartenzeit. Zusammen mit meiner Mama und meiner Schwester (mein Papa hatte im Sommer nie frei und hat 24/7 gearbeitet), war ich im Urlaub am Schwarzen Meer. Für diejenigen, die es nicht wissen: Ich bin am Schwarzen Meer aufgewachsen, aber leider nicht direkt in einem Küstenort, sodass auch für mich ein Tag am Meer schon immer etwas Besonderes war. Trotz der nur 60km Entfernung.

Eine Schwäche für Schokolade hatte ich schon immer. Meine Mama achtete jedoch darauf, dass ich nicht zu viel davon bekam – Urlaub hin oder her. Als ich mal wieder nach quängelte (das mache ich übrigens auch heute noch, aber nur nach Schokolade), meinte meine Mutter, dass ich erst eine Schokolade bekomme, wenn ich vorher auf der Bühne aufgetreten bin.

Ihr kennt bestimmt diese Freilichtbühnen, die es weltweit an jedem Urlaubsort gibt. Jeder gab dort irgendwas zum Besten und man konnte entweder singen, tanzen oder ein Gedicht aufsagen. Ich entschied mich für Letzteres und hatte nur eins im Kopf: Schokolade.

Meine Mama und meine Schwester bemerkten erst dann, dass ich weg war, als der Moderator mich nach meinem Namen fragte…

Ich bekam meine Schokolade und hatte den ersten „öffentlichen“ Auftritt absolviert. Später folgten Schulaufführungen, Konzerte in der Musikschule und mündliche Prüfungen. Letztere mochte ich allein schon deswegen, weil man mündlich einfach viel besser argumentieren kann. Beim Schreiben kann das Gegenüber immer noch viel hineininterpretieren. Beim Sprechen kann man einfacher Missverständnisse vermeiden.

Seit ich selbstständig bin, werde ich noch öfter eingeladen vor Publikum zu sprechen und ich bin mal mehr, mal weniger aufgeregt. Tipps gegen Aufregung habe ich keine außer dass diese mit jedem Mal kleiner wird und vor allem dann gering ist, wenn man sich perfekt vorbereitet hat. Im Grunde kann einfach gar nichts passieren. Selbst wenn alles schief läuft, die Technik hängt (super oft erlebt!) und man von der Bühne fällt (zum Glück noch nie erlebt) – das Leben geht immer weiter.

Meine Tipps, die ich heute mit euch teilen will, beziehen sich vor allem auf die Präsentation selbst. Ich habe aus den vielen Reden und Beiträgen Einiges gelernt und plaudere heute Mal einwenig aus dem Nähkästchen, was bei den Zuhörern bisher am besten ankam:

Persönlichkeit

Für mich das A und O bei einer Präsentation. Will ich Fakten hören, lese ich ein Buch. Bei einem Vortrag will ich persönliche Erfahrungen und Erlebnisse des Vortragenden hören und verstehen wie er oder sie tickt.

Background

Wer bin ich und wo komme ich her? Was habe ich zuerst gemacht und was bringt mich hierher?

Früher habe ich all diesen Fragen keine Bedeutung geschenkt. Ich dachte, dass ich wegen meines Expertenstatus eingeladen war. Das mag zu einem Teil auch stimmen, aber es ist eben nicht die ganze Wahrheit. Bei der Präsentation, die ich vergangene Woche gehalten habe (ihr könnt diese hier herunterladen), habe ich zum ersten Mal mehr über mich und meinen Background erzählt. Und gerade dafür habe ich tolles Feedback bekommen. Manchmal ist es einfacher als man denkt, aber man vergisst eben sich ordentlich und vollständig vorzustellen.

Sichtweise

Was mir bei vielen Vorträgen immer wieder aufgefallen ist: Ich muss ewig warten bis ich weiß, wie der Speaker zu einem Thema steht. Das finde ich irgendwie mühsam. Die meisten Speaker stellen sich nicht auf die Bühne und hauen provokante Themen raus. Umso schwieriger fällt es mir ihnen zuzuhören. Auch das habe ich in meine Präsentation eingefügt und siehe da – dafür viel Lob und Feedback bekommen.

Aus genau dieser Folie, auf der ich darüber spreche, wie ich Social Media sehe, ergab sich für mich sogar ein Auftrag.

Beispiele

Theorie ist zwar ganz nett, aber es sind die Beispiele, die in Erinnerung bleiben. Ich bin selbst ein großer Fan von Screenshots und Statistiken. So kann man viele Themen (vor allem viele im Social Media Bereich) erklären und verständlich machen. Nutzt vor allem Beispiele, um eure Aussagen zu untermauern.

Dank eines von mir verwendeten Screenshots habe ich eine Grafik-Designerin kennengelernt, die mich aktiv auf genau diese Folie angesprochen hat. Nächste Woche treffen wir uns und besprechen eine mögliche Zusammenarbeit.

Und last but not least:

Wenig Text

Wer kennt sie nicht, diese vollgepackten Folien von vor 10 Jahren? Heute gibt es eine riesige Vielfalt an Templates und Tipps rund um die Erstellung von Präsentationen. Ich versuche immer möglichst wenig Text auf eine Folie zu packen. Mein Design ist s/w und so habe ich viel weiße Fläche und wenige Wörter in klassischer, gut leserlicher, schwarzer Schrift.

Das sind meine Tipps und Learnings aus der Vergangenheit.

Habt ihr noch weitere Tipps oder vielleicht auf Fragen dazu? Schreibt mir gerne eine Mail an anna@benz-reichenauer.de

Alles Liebe,

Anna Benz-Reichenauer BUREAUStyle.com Blog

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