We did it! – standesamtliche Hochzeit | Teil 16 min read

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Ups, irgendwas ist schiefgelaufen.

Es fühlt sich nach wie vor einwenig unwirklich an. Und tatsächlich ist die Feier auch erst wenige Tage her.

Am Freitag vor knapp drei Wochen haben wir uns standesamtlich getraut und sind nun offiziell Mr. & Mrs. Im Vorfeld dachte ich noch, dass es eigentlich nichts Besonderes wäre. Am Ende ist es nur eine Unterschrift und es ändert sich letzten Endes nichts oder wenn, dann nur sehr wenig. Mag sein, dass das auch so ist. Vor allem, wenn man schon wie wir, über acht Jahre zusammen ist, seit etlichen Jahren zusammen wohnt, eine gemeinsame Wohnung eingerichtet hat und und und…

Und dennoch fühlte es sich schon sehr besonders an.

Kleid zur standesamtlichen Hochzeit

Das Kleid habe ich mir vor ca. 8 Wochen gekauft. (An dieser Stelle kriegen die meisten Bräute Schnappatmung – ja ja, ich weiß, viel zu kurfristig. Und ja, ich habe die Nerven dazu.) Ich wollte unbedingt ein Kleid, das zwar festlich ist, aber nicht weiß und das ich später noch tragen würde. Am Ende entschied ich mich für dieses Model von Four Flavor.

Was die Schuhe angeht, so kenne ich hier noch weniger, also im Grunde gar keine Kompromisse. Es mussten bequeme Schuhe sein, die ich später auch noch tragen konnte. Was auf keinen Fall in Frage kam, waren diese Braut-Stoffschuhe. Klassischen Brautschuhen aus Stoff kann ich leider so gar nichts abgewinnen. Sie mögen günstig sein, aber am Ende zahlt man doch drauf, weil sie kaum nochmal getragen werden können und ich fand sie alle viel zu unbequem (aus Neugier habe ich natürlich einige doch noch anprobiert).

Brautschuhe

Eine meiner absoluten Lieblingsmarken ist Pura Lopez – eine Schuhmarke aus Spanien. Für mich war schnell klar, dass ich bei meiner Hochzeit Schuhe von Pura Lopez tragen würde. Und tatsächlich habe ich meine Traum-Pumps in der Farbe Nude gefunden. Auf den Bildern sehen sie fast aus wie weiß, aber das sind sie in Wirklichkeit gar nicht.

Matthias wurde von Kopf bis Fuß bei Carl Gross eingekleidet. Nach nicht mal zwei Stunden hatten wir alles gefunden – Anzug, Hemd, Schuhe, Gürtel, Fliege, Einstecktuch… Ich bin so froh, dass er keiner von diesen Männern ist, die monatelang nach dem passenden Gürtel zu den Schuhen suchen. Es reicht schon, wenn einer von uns detailverliebt ist – das müssen nicht beide sein 😉

Blumenstrauß

Beim Blumenschmuck wollten wir es wirklich super casual halten und haben uns am Vorabend gemeinsam diesen Strauß zusammengestellt. Wir sind einfach am Hauptmarkt in Nürnberg vorbeigegangen und haben beim Floristen Blumen ausgesucht. Anschließend haben wir diese zu einem Strauß gebunden und für das Band unten passenderweise die vielen kleinen Nadeln, die sein Hemd in der Verpackung gehalten haben, verwendet. Also eigentlich zweckentfremdet, aber es hat perfekt gepasst und ich „musste“ keinen typischen Brautstrauß holen. Vielleicht passt das dann eher zu unserer kirchlichen Trauung – das schließe ich jetzt mal nicht aus. Aber was die standesamtliche Hochzeit angeht, wollte ich es nicht übertreiben.

Nachdem wir den Strauß geholt haben, sind wir noch schnell zu „Das Paul“ in Nürnberg. Man merkte schon, dass wir beide immer aufgeregter wurden. Das Abendessen haben wir gleich sein lassen, weil wir irgendwann vor lauter Nervosität nichts essen konnten. Stattdessen haben wir uns leckere raw cakes von Junilove bestellt. By the way, die müsst ihr unbedingt probieren!

Würden wir heute nochmal standesamtlich heiraten, würde ich es genauso machen. Keine große Pläne, kein Streß…

Am Vorabend entspannt durch die Stadt schlendern und gemütlich Kaffee trinken.

Ein paar Blumen holen und abends das Wichtigste herrichten. Kein Streß, keine große Planung – einfach nur den Moment genießen und im Hier und Jetzt leben…

Am nächsten Morgen ging es für uns früh los, weil wir nach Neunburg vorm Wald gefahren sind, wo auch die Hochzeit stattfand. Unterwegs haben wir die ganze Zeit nur darüber gesprochen, dass es sich so unwirklich anfühlt, aber irgendwie auch nicht anders als sonst, wenn wir sonst Richtung Heimat fahren.

Vor der Trauung haben wir mit unserem Fotografen ein Treffen vereinbart und natürlich niemandem davon erzählt. Letzten Endes stellte es sich als genau richtig heraus! Denn kaum am Standesamt angekommen, wurden wir von unseren Eltern schon von allen Seiten in Beschlag genommen und fotografiert. Hätten wir sie von Anfang an mitgenommen, wäre es ein größeres Chaos geworden…

Die ersten Bilder haben wir an der Stadthalle gemacht. Und obwohl wir gerade mal 10 Meter gelaufen sind, haben wir in unmittelbarer Nachbarschaft noch zwei völlig unterschiedliche Motive als Hintergrund nutzen können. Perfekt!

Kleid: Four Flavor
Schuhe: Pura Lopez
Anzug: Club of Gents
Fotos: Michael Lengemann

Anschließend ging es mit dem Auto wenige Hundert Meter in den Innenhof der Burg. Dort war bereits die Bühne für das Festspiel, das jedes Jahr von Ende Juni bis Anfang August stattfindet, aufgebaut, die wir auch gleich genutzt haben. Zwischendrin haben wir ein paar Spaß-Bilder gemacht. In Anlehung an mein Blogger-Dings mit Smartphone und auch ein paar „coole“ Posen mit Sonnenbrille 😉

Von da an ging es ins Standesamt, wo wir zuerst von dem Standesbeamten empfangen wurden und zusammen mit unseren Trauzeugen zum Gespräch geladen wurden. Es war alles so hoch entspannt, dass ich fast vergessen habe, dass noch unsere Gäste auf uns warteten. Wir plauderten über Paare, die nicht zum besagten Termin erschienen (und diskutierten auch gleich welche Gründe dies wohl haben möge) und mit welchem Namen ich später unterschreiben würde.

Nachdem wir uns unser Familienbuch ausgesucht hatten, ging es auch schon nach oben in den mittelalterlichen Trausaal. Ich hatte diesen ganz anders in Erinnerung, nämlich iel dunkler und irgendwie unfreundlicher. Tatsächlich war der Raum schön hell und wir hatten auch schöne Musik zu unserem Einzug.

Die Traurede, die unser Standesbeamte ausgesucht hat, war auch richtig schön! Ich muss sagen, dass wir da einfach großes Glück hatten. Wenn ich da an so manch andere standesamtliche Trauungen mit „offiziellen Slots“ denke, tun mir die Paare schon einwenig leid. Ich war oft Gast bei solchen Trauungen, die wie am Fließband abgefrühstückt wurden. Ich kann deshalb nur jedem raten, wenn möglich, in einem kleinen Standesamt zu heiraten. An einem Tag, an dem man ganz allein im Mittelpunkt steht und keine weiteren Trauungen anstehen.

Nach der Trauung bekamen wir noch die besten Wünsche vom Standesbeamten und eine Flasche Wein überreicht. Wo gibt es noch so etwas? Eine kleine Geste, aber ich freue mich immer über solche Details. Und dann ist das auch noch Wein. Yay!

Nach all den Glückwünschen ging es nach draußen, wo wir wieder ein paar Bilder gemacht haben. Wir haben uns mitten in der Durchfahrt der Hauptstaße in der Altstadt platziert und für den Fotografen posiert. Erst später fiel mir auf, dass einige Autos darauf warteten, durch das Tor durchfahren zu können. Niemand hat blöd geschaut oder gar gehupt! Alle haben uns angestrahlt und unbekannte Passanten gute Wünsche überbracht. Da war ich schon einwenig baff, denn aus Nürnberg kenne ich das durchaus anders…

Anschließend haben wir zum Mittagessen eingeladen und es gab endlich auch für uns etwas zu essen. Wegen der Aufregung und weil wir morgens noch 1,5 Stunden fahren mussten, haben wir weder gefrühstückt noch Kaffee getrunken. Ich sah mich schon mit einem riesigen Kaffeefleck im Auto heulen… Deswegen habe ich den üblichen Kaffee vom McDrive gleich sein lassen…

Teil 2 folgt…

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4 Responses
  • Nadine
    August 3, 2017

    Ahhhhh Anna, so schön geschrieben! Ich wünsche euch nochmals alles erdenklich Gute und freue mich auf unser nächstes Treffen!!

    • Anna
      August 13, 2017

      Ganz lieben Dank! Es war so schön Dich heute wieder zu treffen. Nächstes Mal müssen wir mehr quatschen 😉 Liebe Grüße

  • Jenny
    August 3, 2017

    Die allerherzlichsten Glückwünsche für euch!!! Gratuliere! Und natürlich: Traumhaftes Brautpaar, toller Artikel, grandiose Fotos!

    • Anna
      August 13, 2017

      Vielen lieben Dank! :*

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