Zu günstig, zu teuer – wieviel ist deine Arbeit als Blogger wert5 min read

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Was ist mein Blogbeitrag wirklich wert? Diese Frage wurde schon zig mal gestellt und mindestens genauso oft beantwortet. Heute bin ich wieder über diesen Artikel hier gestolpert.

In den Kommentaren zum Blogbeitrag aber auch auf Facebook gingen die Meinungen doch sehr auseinander. Die einen finden, dass es einfach zu viele Blogger gibt und viele einfach horrende Summen aufrufen. Die anderen meinen, dass Blogbeiträge gerecht bezahlt werden müssen.

Wie so oft liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen.

Es gibt so viele verschiedene Möglichkeiten einen Preis an eine Dienstleistung oder ein Produkt zu heften! Man könnte, ganz klassisch, alle Kosten berechnen. Schon in der siebten Klasse (hängt einbißchen von der Schulart ab) lernt man Preiskalkulation. Anfangs ist es noch verwunderlich, dass man Gewinn und Skonto erstmal dazu rechnen muss. Aber klar, um auf den Preis zu kommen, den ich am Ende verlangen muss, muss ich alles „einpreisen.“ Wie der Name schon sagt.

Das ist mit Sicherheit eine gute Möglichkeit, aber fraglich ist natürlich, ob der Auftraggeber den Porsche und die 5-Zimmer Wohnung in Top-Lage mitzahlen möchte. Und wo landen wir hier? Richtig! Bei dem Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage.

Natürlich muss ich meine Kosten einrechnen. Nur sind das bei dem einen die Kosten für den Laptop und die günstige Hütte auf Bali und bei dem anderen eben das Luxus-Chalet in der Schweiz. Jeder hat erstmal andere Kosten und auch unterschiedliche Vorstellungen von dem, was er verdienen möchte.

Verkauft euch nicht unterm Wert

Influencer Marketing ist längst ein fester Begriff im Marketing-Mix. Und egal wieviele oder wenige Follower/Leser man hat: Jeder kann mit seinem Blog/SoMe-Profil Geld verdienen. Affiliate-Links können überall geteilt werden – da braucht man nicht mal einen Blog. Und nun kommen ganz viele gute Ratschläge nach dem Motto „Verkauft euch nicht unter dem Wert.“ – „Arbeitet nicht für einen Lippenstift“ und ähnliches.

In den vergangenen Monaten war auch ich immer hin und her gerissen was ich als Bloggerin für Blogposts auf BUREAUStyle verlangen kann und was die Unternehmen den Bloggern zahlen sollten wenn ich sie als Inhaberin des BloggerBUREAUs beraten habe. Und jetzt kommt die ultimative Antwort, auf die ich in den vergangenen Wochen und Monaten gekommen bin:

Es gibt einfach kein richtig oder falsch.

Wenn ich als Unternehmen meine, auf den Zug „Influencer-Relations“ aufspringen zu müssen und dabei keine Strategie habe wie das Ganze funktionieren soll, habe ich von Anfang an verloren. Wenn ich als Automarke XY unbedingt Bloggerin YY haben möchte, diese allerdings nur wenige Tage vorher für die Automarke XX geworben hat, dann habe ich einfach meine Hausaufgaben nicht gemacht.

Dabei ist es vollkommen egal was der Blogger verlangt. Es fühlt sich dann einfach jede Summe als „nicht richtig“ an, oder?

Arbeite ich jedoch mit jemandem zusammen, dessen Blog täglich von 10 Menschen gelesen wird und dem auf Instagram 500 Menschen folgen, heißt es nicht, dass die Arbeit dieses Bloggers nichts wert ist. Ganz im Gegenteil! Die Kosten für einen Blogpost oder ein Posting auf Social Media nur nach der Reichweite zu messen, ist in dem Fall irgendwie auch komisch. Würde man nur danach gehen, wären das vielleicht 20 Euro für den Blogger. Vielleicht auch 50 oder 100. Während man bei einem Blogger mit über einer Million Follower die viel geringere Sichtbarkeit bekommt, freut man sich, dass man gerade Geld verbrannt hat. Yay! Gut gemacht! *ironyoff*

Macht eure Hausaufgaben

Unternehmen

Unternehmen müssten langsam anfangen ihre Hausaufgaben zu machen. Es gibt unzählige Tools, mit denen man Sichtbarkeit und Reichweite messen kann. Ich kann Hashtags analysieren, schauen, was der/die Blogger/In in den vergangenen Wochen so beworben hat und wie die Kampagnen der Mitbewerber konzipiert waren. Am Ende muss ich mir Zeit nehmen. Viel Zeit. Und lesen! Immer wieder lesen, analysieren und wieder lesen. Nur so werde ich am Ende die für mich passende und richtige Entscheidung treffen.

Blogger

Und Blogger müssten sich einfach mal Gedanken machen, wie der Markt funktioniert. Nur weil man eben etwas erschaffen hat, heißt es noch lange nicht, dass Unternehmen Schlange stehen. Das haben eben Zehntausende anderer Menschen auch geleistet. Bevor ich also einen Betrag X aufrufe, überlege ich mir genau welchen Mehrwert ich dem Unternehmen bieten kann. Was macht meinen Blog einzigartig? Wer ist meine Zielgruppe? Passt das Hotel, das ich auf meinem Blog vorstellen möchte, zu mir und ist es das, was meine Leser von mir gewohnt sind?
Wenn ich auf BUREAUStyle auf einmal einen Artikel über eine Jugendherberge im hintersten Winkel schreibe, dann könnt ihr euch sicher sein, dass da etwas nicht stimmt. Ich berichte grundsätzlich über 4* und 5*-Hotels. Deshalb würde ich solche Anfragen auch nicht annehmen.

Fazit

Es gibt kein richtig oder falsch. Es gibt da draußen Müsli für 2 Euro, aber auch welches für 15 Euro. Für beide Müslisorten gibt es Abnehmer. Ebenso ist kein Auto zu billig oder zu teuer. Warum sollte es einheitliche Preise für Blogger geben? Du bist als Blogger-Anfänger so geil, dass du 5k Euro pro Post aufrufen kannst UND man dir das auch zahlt? Herzlichen Glückwunsch! Du willst gar kein Geld und nimmst lieber den kostenlosen Lippenstift? Go ahead! Es wird IMMER Menschen geben, die zu schnell zu viel haben wollen und auch diejenigen, die sich ständig „unter ihrem Wert“ verkaufen. Egal zu welcher Gruppe du als Blogger gehörst, mach doch einfach mal dein Ding!

Die Bilder sind während des Blogger-Wochenendes im Rahmen des BloggerBUREAUs im Hotel Bachmair entstanden.

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3 Responses
  • Foo Hung
    April 18, 2017

    Sehr interessante Ansichten von dir!

    Aber du hast wirklich Rech – es gibt eben für alles einen Abnehmer.

    Zum Glück musste ich mich mit dem Thema noch nicht auseinandersetzen 😀

    • Anna
      April 19, 2017

      Ich finde es einfach merkwürdig, wenn man sich über Unternehmen beschwert, weil sie zu wenig bezahlen möchten. Gleichzeitig beschwert man sich über Blogger, die zu wenig verlangen. Einfach mal sein Ding machen! Wir leben in einer freien Marktwirtschaft und ich kann jederzeit jeden Preis nachverhandeln – egal auf welcher Seite ich mich gerade befinde. Wer das erkannt hat, wird sich viel weniger beschweren, sondern einfach sein Ding durchziehen. Aber es gibt halt viele Blogger, die anderen Bloggern vorwerfen das Geschäft kaputt zu machen… Mercedes wirft doch Dacia auch nicht vor ihre Autos zu günstig zu verkaufen? Aber da wurde ich wohl durch mein BWL-Studium geprägt 😉

      Und wer weiß? Vielleicht wirst Du Deinen Blog auch mal monetarisieren? Das Potential hättest Du auf jeden Fall…

  • Danie
    April 19, 2017

    Sehr toller Beitrag – grad vorgestern wurde mir ein bezahlter Blogbeitrag angefragt und da musste ich mich genau damit auseinandersetzten.

    LG Danie von http://www.daaaniieee.at

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