Weekly Update #24

Nachdem ich euch in den letzten Wochen von unseren guten Gastro-Erlebnissen berichtet habe, muss ich heute mal etwas loswerden… Außerdem haben wir einen Entwicklungsschub überstanden (und wir leben noch!)

Liebe Restaurant-Betreiber, wir müssen reden

OK, eins vorneweg: Ich verspreche euch, dass es mein einziger „negativer“ Beitrag zum Thema Gastro sein wird. Ich habe nicht vor Berichte, wie ich sie als Restauranttesterin geschrieben habe, zu tippen. Ich berichte über Cafés und Restaurants WEIL sie mir gefallen, nicht weil ich dort war und euch darüber berichten möchte wie schlecht sie sind. Hat mir etwas nicht gefallen, findet es gar nicht erst den Weg auf diesen Blog. Mein Blog – meine Regeln. Ich betreibe keinen Tester-Blog und bin nicht verpflichtet über jedes Restaurant zu schreiben.

ABER diese Woche brachte fast jeder Restaurant-Besuch das Faß zum Überlaufen…

Warum wir so viel auswärts essen

Ja, mein Mann und ich gehen viel essen. Das liegt vor allem daran, dass wir nicht viel zum Kochen kommen. Früher haben wir viel zusammen gekocht. Oder ich habe gekocht und er hat abgespült. Jetzt müsste er die Kleine nehmen während ich koche (nein, Babys schlafen nicht die meiste Zeit, also unseres definitiv nicht). Dann müssten wir schnell essen und dürften dabei nicht reden und im Grunde auch nicht atmen. (Bei uns ist das so, muss NICHT bei jedem Baby so sein.)

Auswärts ist das anders. Während wir hinlaufen, schläft sie ein. Wir sitzen immer draußen (seit Corona) und sie schläft dabei stets in der Babytrage. In der Zeit können wir ganz gemütlich essen. Und es ist gleichzeitig unsere gemeinsame Zeit als Paar. Wir können wirklich in Ruhe miteinander reden, anstehende Termine besprechen und was in der Arbeit bzw. in meinem Business so los war.

Das sind die Gründe warum wir in den letzten Wochen fast nur auswärts gegessen haben. Und bisher war ja auch alles in Ordnung. Wir haben uns, als die Restaurants zu hatten, Essen zum Abholen bestellt oder liefern lassen. Bis dahin war alles gut.

Als die Restaurants wieder öffnen durften, haben wir uns von der Maskenpflicht nicht abschrecken lassen. Auch die Formulare, die man überall ausfüllen muss, haben uns nichts ausgemacht. Aber dann ging´s los…

Corona-Abgabe

Als die Restaurants noch zu hatten, habe ich mir in einem meiner Lieblingsrestaurants Essen bestellt, das ich während meiner Schwangerschaft nicht essen durfte. Jetzt könnt ihr euch vorstellen wie sehr ich mich darauf gefreut habe! Erst 9 lange Monate ohne mein Lieblingsessen und dann kam Corona. Dann dürfen sie wieder aufmachen und ich bin am ersten Tag hin. Damals war es noch ein kleines Fenster durch das man das Essen ausschließlich „to go“ bekam. Mir war das egal. Ich war in einer Woche 2x dort.

Als die Läden dann gänzlich öffnen durften, sind wir an einem lauen Sommerabend zusammen hin. Baby in der Trage – alles gut. Bis, ja bis das besagte Formular kam. Darin eine „freiwillige Corona-Abgabe“. Wir haben „nein“ angekreuzt und hätten im Grunde auch gleich wieder gehen können. Zumindest war das der Blick, den uns von da an die Servicekraft zuwarf.

Mal ehrlich, was soll das?

Ich habe Restaurants kostenlos unterstützt, nach Möglichkeit über sie berichtet, sie markiert als Food-Blogger gänzlich geschwiegen haben. Kaum jemand hat den Restaurants seine Reichweite geschenkt. Warum auch? Jeder Blogger hat einen Preis und das verstehe ich sogar.

Ich bin in dieses besagte Restaurant 2x hingegangen und habe Essen „to go“ bestellt und natürlich auch ordentlich Trinkgeld gegeben.

Nun komme ich wieder (!) – also zum 3. Mal innerhalb kürzester Zeit – werde gefragt, ob ich eine freiwillige Corona-Abgabe leisten möchte und anschließend mit diesem Service bestraft. Sorry, aber das verstehe wer will…

Da ich selbst im Service gearbeitet habe, weiß ich, dass nicht jeder Wirt das Trinkgeld weiterreicht. Was mit dem Corona-Geld passiert weiß ich erst recht nicht. Landet es beim Service? Oder doch beim Gastronom? Was passiert damit? Und warum soll ich das alles erfragen wo ich als Gast eigentlich nur eins möchte: einen schönen Abend verbringen und mich nicht mit Corona beschäftigen.

Wie wir anschließend behandelt wurden, fand ich einfach nur dreist. Gleichzeitig bin ich maßlos enttäuscht, denn ich war bis zu diesem Tag wirklich gerne dort. In der nächsten Zeit werde ich das Lokal jedoch meiden.

Neuer Koch

Neulich bestellte ich mir ein Gericht, das ich mir diese Woche wieder bestellte. Da ich ein Foto vom Gericht hatte, wurde ich stutzig. (Ja, ich fotografiere so ziemlich alles – ja, auch mein Essen. Ja, das darf man merkwürdig finden. Oder auch nicht.) Bei der erneuten Bestellung sah das Essen einfach unfertig aus. Die Hälfte fehlte. Beim 2. Gericht, einem Salat, fehlte das Ei. Dieses wurde uns dann als Ganzes gebracht. Naja… Auf das unfertige Gericht angesprochen (und ich spreche wirklich höchst selten den Service an), hieß es nur, dass der Koch noch neu sei.

Nun ja… Ein neuer Koch ist erstmal nicht schlimm. Aber es gab ja einen Vorgänger oder eine Person, die für das Anlernen des Kochs verantwortlich ist. Warum gibt es keine Bilder wie das Gericht auszusehen hat, wenn es die Küche verlässt? Oder war eine Servicekraft zu schnell?

Ganz ehrlich: Es ist kein Hexenwerk. Die Karte ist höchst übersichtlich; es war auch nicht viel los an dem Tag. Die meisten Leute im Lokal bestellten nur Getränke oder Eisbecher. Und dann gehen zwei unfertige Gerichte raus. Warum nur, warum?

Und was ich dann wirklich hasse ist die Aussage mit „neuen Mitarbeitern“. Sorry, aber als Chef stehe ich immer hinter meinen Mitarbeitern. Was man der Person dann hinten in der Küche erzählt, ist eine andere Geschichte. Aber als Gast möchte ich nicht hören, dass eine andere Person schuld sei. Du bist der Chef und damit im Grunde für alles, was in Deinem Laden passiert, verantwortlich.

Wenn im Büro ein Fehler passiert, sage ich auch nicht, dass es die Praktikantin war. Das kann man im Innenverhältnis klären und mit seinem Team umgehen wie man möchte, aber nach außen verteidigt man es so gut es geht. Ich durfte mal in so einem Team arbeiten und seitdem würde ich das niemals wieder anders haben oder akzeptieren wollen. Nach außen hin waren wir DAS Vorzeigeteam, den Anschiss gab es immer hinter verschlossenen Türen. Mein Chef hätte niemals auch nur ein schlechtes Wort über uns gesagt – über niemanden aus dem Team. Seit ich das mitbekommen habe, hatte ich den allergrößten Respekt vor ihm. Und ein Restaurant ist doch auch nichts anderes. Warum dann auf die Leute schimpfen, die man selbst auch noch ausgesucht und eingestellt hat? Schwierig…

Der Höhepunkt

Und dann kam der Ausflug zum Brombachsee und der absolute Höhepunkt der ganzen Woche. Das Restaurant samt Terrasse hatte zu. Nicht wild, da ja das Bistro geöffnet hatte. Wir sind also hin. Am Eingang wurden wir nicht begrüßt (auch nicht die Leute vor uns), sondern einfach nur fragend angesehen. Wir haben gefragt, ob wir einen bestimmten Tisch haben könnten, da im Schatten. Das ging in Ordnung. Wir sind also zum Tisch.

Eine weitere Servicekraft kam und fragte uns, ob es unser Geschirr war (es war nicht abgeräumt), was wir verneinten. Die Leute, die vorher an dem Tisch saßen, standen noch etwas abseits (ältere Herrschaften). Daraufhin die Servicekraft: Na vielen Dank auch fürs Abräumen!

OK, hier war jemand bestens gelaunt. Nicht.

Im Bistro Selbstbedienung innen im Restaurant. Mein Mann ist rein und kam entnervt mit zwei Tablets zurück. Die Auswahl „bombastisch“: Currywurst oder Schnitzel mit Pommes. Wir hatten beides und ich kann jetzt bestätigen, dass man selbst solch einfache Gerichte verhunzen kann. Ich frage mich bis heute wie das geht, aber es geht. Das Schnitzel war unglaublich minderwertiges Fleisch. Auf die Details gehe ich lieber nicht ein. Und es war leider nicht durch. Ich dachte noch OK, komm, dann isst Du halt einfach die Pommes mit der Sauce von der Currywurst. Schlechte Idee. Die Sauce war so dünn wie eine extrem dünne Tomatensuppe. Und dafür haben wir Geld bezahlt – vollkommen überteuert – haben das Ganze selbst geholt und das Geschirr auch noch zurückgebracht.

Ich habe wirklich noch nie so schlecht gegessen. Es war einfach nur eine höchst traurige Veranstaltung.

Als wir dann zu Hause waren, war uns beiden zu allem Überfluss auch noch schlecht. Also alles in allem ein absoluter Reinfall. Nie, nie wieder.

Fazit

Alles in allem war das eine sehr durchwachsene Woche (gastronomisch gesehen). Irgendwie verliere ich langsam die Lust auf überteuerte Gerichte und schlechten Service. Leider haben wirklich viele Gastronome ihre Preise erhöht und anfangs hätte ich sie auch verstanden. Aber mit der Zeit frage ich mich warum eigentlich? Es gibt wirklich einige, die ihre Preise nicht erhöht haben und wo der Service nach wie vor topp ist! An dieser Stelle möchte ich keine Namen nennen – weder bei den positiven noch bei den negativen Beispielen. Aber es gibt sie, die Gastronome, die ihre Arbeit wirklich gerne machen und gerne Gastgeber sind.

In Zukunft wollen wir versuchen lieber seltener essen zu gehen und stattdessen eher bewusst zu genießen. Leider haben viele Restaurants gar keinen Außenbereich, sodass wir sie aktuell noch meiden müssen. Aber fest steht: Einige Lokale haben uns diese Woche als Gast für längere Zeit verloren. Und wenn sie so weitermachen, werden wir nicht die Einzigen sein.

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