Wie krempelt man sein Leben um in 6 Monaten

Das erste Halbjahr ist rum. Dieses Mal will ich aber gar nicht mehr darüber lamentieren wo denn bitte die Zeit geblieben ist. Man kann darüber reden oder jeden Tag mit etwas Sinnvollem füllen. Und dann den Tag drauf und so weiter. Wenn man diese Entscheidung getroffen hat, verändert sich alles. Und nein, ich übertreibe nicht. Ende letzten Jahres habe ich beschlossen so einige Dinge zu verändern und here we go, mein Fazit zu den ersten 6 Monaten dieses Jahres.

Trigger-Warnung: Dieser Beitrag enthält viele Kalender-Sprüche und noch mehr unbequeme Wahrheiten.

Letztes Jahr war crazy. Für uns alles. Ist nichts Neues, langsam haben wir alle – mehr oder weniger – gelernt mit der Situation umzugehen. Dieses Jahr sollte alles anders werden. Anfang des Jahres herrschte eine Aufbruchstimmung und das Ende des x-ten Lockdowns schien nah. Auch der Frühling würde in 2 Monaten endlich Einzug halten und dann, spätestens dann, würde doch eh alles besser werden.

Gefühlt ist noch immer Lockdown, weil das Leben einfach nicht mehr so ist wie in 2019.

Der Frühling ließ sich auch erst Ende Mai blicken.

Und soooo der Riesenaufbruch war 2021 bei Weitem nicht. Irgendwie ist die halbe Welt noch immer (bzw. schon wieder) im Ausnahmezustand.

Da ich es natürlich mal wieder schaffte und gleich im ersten Lockdown ein Baby bekam, stand meine Welt spätestens seit April 2021 sowieso Kopf. Und bestimmt hätte es auch jeder verstanden, wenn ich bis heute in meiner Baby-/Corona-Bubble geblieben wäre.

Stattdessen bekam ich schon Ende letzten Jahres plötzlich von irgendwoher (Spoiler: heute weiß ich woher) eine extra Ladung Energie quasi frei Haus geliefert. So richtig kann ich es nicht mehr benennen, aber irgendwann fing ich an globale Pläne zu schmieden. Dinge, die ich „irgendwann“ angehen wollte, terminierte ich nun genau und – wer hätte es gedacht – ging sie an. Stück für Stück.

Tipp für mehr Disziplin und Produktivität: Jeder Monat steht unter einer Überschrift. D. h. man widmet sich in diesem Monat vor allem diesem einen Thema und konzentriert sich darauf. Alles andere wird zweitrangig bis es eben an der Reihe ist.

Ich bin hier ganz strategisch vorgegangen und habe erstmal Bereiche definiert, an denen ich arbeiten wollte. Das waren teilweise so konkrete Dinge wie die Zahngesundheit. Teilweise aber auch eher abstrakte Punkte wie das Mindset.

Ich erstellte also eine Liste und legte los.

Ein halbes Jahr später ist die Liste der Veränderungen beachtlich. Und das habe ich bisher geschafft:

  • Meine Garderobe komplett überdacht und ca. 80-90% aussortiert. Ich habe mir eine Liste mit Dingen erstellt, die ich mir kaufen möchte bzw. die noch in meiner Garderobe fehlen. Am Ende soll es ein übersichtlicher Kleiderschrank einzig und allein mit Lieblingsteilen werden. Bei den Sommersachen und Schuhen für alle Jahreszeiten bin ich bereits durch. Herbst/Winter Garderobe folgt noch. Insgesamt lasse ich mir hier noch bis Ende des Jahres Zeit. Die alten Sachen will ich alle online verkaufen. Hierfür suche ich noch jemanden, der das für mich auf Provisionsbasis übernimmt. Falls Du Interesse hast, gerne melden.
  • Einen Kurs rund um Kosmetik belegt und hier ebenfalls noch ein paar Basics nachgekauft. Der Rest wird verschenkt. Auch hier ist das Ziel ein übersichtliches Kosmetik-Fach und keine Sammlung, die jeder größeren Kosmetik-Abteilung Konkurrenz macht. Ich kaufe auch seit über 2 Jahren keine Kosmetik mehr in der Drogerie. Von mir wird es keinen Haul von dm oder Rossmann geben (außer im Haushaltsbereich. Aber auch nur vielleicht.) Aktuell arbeite ich an 2-3 Signature-Looks, die ich schnell umsetzen kann.
  • Ich habe ein Büro gefunden, es eingerichtet und biete dort auch einen Co-Working Arbeitsplatz an. Außerdem werde ich dort in Zukunft kleinere Workshops veranstalten. Dieses Büro war einfach ein Wunder! Ich habe so lange danach gesucht und einen Tag, nachdem ich die Suche offiziell für beendet erklärt habe, hing der Zettel im Schaufenster. Wieder einen Tag später hatte ich die Zusage für ein richtiges Ladengeschäft mit Ausstellungsfläche.
  • 2021 habe ich nicht nur mein „Warum“ gefunden, sondern es auch klar formuliert. Daraufhin passte einfach nichts mehr zusammen und ich begann einen kompletten Relaunch: Webseite, Design, mein Angebot – einfach alles. Die Webseite wird noch diese, spätestens nächste Woche fertig.
  • Ich habe zwei richtig tolle Mädels in meinem Team begrüßen dürfen. Auch wenn der Papier-Krieg um die Einstellung lange gedauert hat, so hat es sich trotzdem schon jetzt gelohnt. Ich bin so dankbar für die Möglichkeit im Team arbeiten zu können und lerne auch hier täglich dazu. Ein großartiges Gefühl, ehrlich.
  • Lange Zeit hatte ich überlegt mich mal „so richtig“ um meine Zähne zu kümmern. Ich habe keine Probleme an sich, nichts, was behandelt werden müsste. Aber nachdem ich letztes Jahr nach knapp über 10 Jahren meine Zahnärztin gewechselt habe, spielte ich schon mit dem Gedanken meine Zähne einwenig korrigieren zu lassen. Es ist natürlich immer ein rein subjektives Empfinden. Aber nachdem ich gehört habe, dass das ganz easy mit Zahnschienen geht, die kaum zu sehen und kaum zu hören sind (ich lisple manchmal einwenig, aber selbst das merkt auch nicht jeder), war ich überzeugt. Rückblickend frage ich mich auch hier warum ich sie mir nicht schon früher geholt habe. Andererseits ist das Ganze jetzt auch nicht ganz billig – das muss ich schon zugeben. Und zu Beginn der Selbstständigkeit hatte ich dazu nicht die finanziellen Mittel. Jetzt bin ich nur noch happy mit der Entscheidung und in Summe sind das auch gerade mal 20 Wochen, 3 davon habe ich schon hinter mir. Ein ausführlicher Bericht folgt noch.
  • Ich habe dieses Jahr meine Preise erhöht und kein Mensch hat mit der Wimper gezuckt. Auch an diesem Thema, dem sog. Money-Mindset musste ich dieses Jahr viel arbeiten. Aber ich habe schon viel geschafft. Verglichen mit 2019 und 2020 ist mein Business heute auf einer ganz anderen Stufe.
  • Ich habe ein unglaublich tolles Angebot für BUREAUlingo erhalten! Eine meiner Kolleginnen hatte sogar die Aufgabe zu prüfen, ob das denn wirklich sein kann. Irgendwie klang das Angebot zu schön. Und ich habe es natürlich nicht „aus dem nichts“ erhalten. Am Ende war es auch eine Folge meiner digitalen Sichtbarkeit und der Personal Brand. Mehr zum Thema Personal Branding hier.
  • Ich habe eine Feng-Shui bzw. Bazi-Session gebucht und das war das am besten investierte Geld dieses Jahres. Es ist verrückt wieviel die Frau am anderen Ende der Leitung über mich wusste (nichts, was im Netz zu finden wäre. Diese Vermutung haben einige in meinem Umfeld geäußert.) Sie wusste sogar Dinge aus der Vor-Social-Media-Ära. Das Ganze hat mir nochmal einen richtigen Schub gegeben und seither weiß ich was zu tun ist und habe kaum. mehr irgendwelche Zweifel an dem was ich tue. (Inkl. der Auswertung und eines Live-Calls z. B. über WhatsApp (ca. 1,5-2 Stunden) kostet die Session 250 EUR (inkl. Übersetzung). Die Frau sitzt in Russland, ich kann gerne die Übersetzung übernehmen. Bei Interesse einfach bei mir melden.)
  • Ich habe sehr viele Menschen bewusst ziehen lassen und mein Umfeld hat sich (nicht nur durch mein Zutun) stark verändert. Es ist schon so: Manche Menschen begleiten einen ein Stück weit im Leben. Die einen laufen ein kurzes Stück mit, andere bleiben für eine längere Reise. Schon letztes Jahr habe ich einige ziehen lassen. Dieses Jahr ebenfalls. Es sind aber auch wieder unglaublich viele tolle Menschen in mein Leben getreten. Auch wenn es mich immer traurig macht, Menschen ziehen zu lassen… Ich weiß, dass ich das tun muss(te).
  • Ich habe extrem viel gelesen und dabei wahnsinnig viel gelernt und umgesetzt. Ich lese kaum Romane, sondern hauptsächlich Fachbücher, Ratgeber und Biografien. In den letzten 6 Monaten habe ich schon so viel gelesen wie sonst in den 5 Jahren zuvor. Und die Bücher-Liste wird auch noch immer länger. Aktuell habe ich 7 Bücher zu Hause, die ich als Nächstes lesen will. Und bevor wieder die Frage kommt: Ich lese wenn meine Tochter im Bett ist. Wann sonst? 😉

Außerdem habe ich in den letzten Wochen wieder meinen Blog gestartet & auch schon wieder die ersten Events besucht und Kooperationen eingegangen. Das Bloggen macht mir verdammt viel Spaß und das werde ich jetzt auch so beibehalten. Ich habe so viele Ideen für Beiträge wie noch nie zuvor.

Das war mein Rückblick auf die letzten 6 Monate. Mal sehen was das 2. Halbjahr 2021 so bringt.

Wie fällt Dein persönliches Resümee für 2021 bisher aus?

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